Im Mittelpunkt der Teuschnitzer Stadtrats-Sitzung vom Montagabend stand das Parken in der Stadtmitte. Ein Parkkonzept soll der derzeitig mangelnden Parkmoral Einhalt gebieten.

In der Ortsmitte von Teuschnitz ist die Ausweisung von Kurzzeitparkplätzen angedacht.

Im Zuge der Sanierung der Ortsmitte ist die Ausweisung von Dauerparkplätzen in der Kirchstraße und von Kurzzeitparkplätzen in der Ortsmitte angedacht. Bei einer Begehung hatte sich Bürgermeister Frank Jakob (Freie Wähler) mit einem Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Ludwigsstadt darüber unterhalten, wie man die Ausweisung am elegantesten lösen könne - sprich, ohne bei jedem Parkplatz ein Schild aufzustellen.

„Der Verkehrssachbearbeiter schlug die Ausweisung einer Kurzzeit-Parkzone mit lediglich zwei Schildern vor“, erläuterte Jakob. Die Zone soll sich vom Geschäft Tautz bis zum Kriegerdenkmal in der Grünzone beim Schmuckgeschäft Miquel erstrecken. Voraussetzung hierfür ist eine eindeutige, für jeden Verkehrsteilnehmer deutlich erkennbare Markierung der Parkflächen. Bei den Planungen zur Sanierung der Ortsmitte war eine Abgrenzung durch verschiedenfarbige Steine angedacht. „Die Farbnuancen sind aber so gering, dass man sie optisch kaum wahrnimmt - erst recht nicht, wenn die Oberfläche nass ist“, prangerte er an. Nach Rücksprache mit der Regierung von Oberfranken, Abteilung Städtebau gebe es für eine deutliche Markierung der Parkplätze drei Möglichkeiten. Die erste Alternative wäre eine Ausweisung mit weißer Farbe. Dies scheide - seiner Meinung nach - aus optischen Gründen ebenso aus wie das Reinklopfen von Nägeln, was zudem den Bemühungen um Barrierefreiheit widersprechen und auch für den Winterdienst ein Hindernis darstellen würde. Somit bliebe noch die Variante mit verschiedenfarbigen Steinen. Im Bereich des Geschäfts Tautz wolle man zu Testzwecken solche andersfarbigen Steine einsetzen, damit sich der Bau-Ausschuss ein Bild davon machen könne. Allgemein habe sich der Verkehrssachbearbeiter „etwas verwundert“ über die Vorgehensweise bei der Gestaltung der Ortsmitte gezeigt, nachdem man anderenorts händeringend versuche, mehr Parkplätze innerorts zu schaffen.

„Die Unkosten für die farbigen Steine würde ich dem Architekten von der Provision abziehen“, ärgerte sich Markus Wachter (CSU/FWG), der diesen bereits vorab darauf hingewiesen habe. Im Gremium wurde eine Erweiterung der Kurzzeitzone angeregt. 2. Bürgermeisterin Karin Bayer (SPD) hätte gerne den Bereich Schwarzes Kreuz und Metzgerei Wagner mit einbezogen. Für das Schwarze Kreuz werde man, entgegnete der Bürgermeister, separate Parkplätze ausweisen. „Wir haben das Problem der Dauerparker, die den ganzen Tag in der Stadt rumstehen. Die müssen wir rausbekommen“, meinte Peter Goihl (CSU/FWG). Auch sein Parteikollege Stefan Raab erachtete eine Ausweitung der südlichen Begrenzung nicht erforderlich. 3. Bürgermeisterin Susanne Daum (MiM) prangerte ein teilweise unmögliches Parkverhalten der Bevölkerung an, sogar auf Fußwegen. Der Bürgermeister bestätigte dies. Allerdings könne man manchen Falschparkern keinen Vorwurf machen, da momentan niemand wisse, wo er parken dürfe. Mario Stingl (SPD) erkundigte sich nach dem Bereich Hauptstraße 47 bis 59. Dieser Bereich sei - so Jakob - in der Baumaßnahme nicht beinhaltet. Man könne aber versuchen, dieses Projekt im Rahmen der Städtebauförderung noch anzugehen.

Insgesamt umfassen die Planungen 18 Langzeit- sowie ca. 25 Kurzzeit-Parkplätze. Über die Kurzzeit-Parkzone - sie wird nur während der Geschäftsöffnungszeiten gelten - soll mittels eines Flyers informiert werden, den auch die Dienstleister an ihre Kundschaft ausgeben können. Zudem wird auch über das Mitteilungsplatz und die Homepage der Stadt informiert.

Auf Wunsch des Gremiums wird ein neuer Termin des Bau-Ausschusses mit dem Verkehrsexperten anberaumt. Dabei wird auch eine mögliche Ausweitung thematisiert sowie die Handhabung der späteren Verkehrskontrolle. Man will nicht gleich „scharf schießen“. Denkbar wäre - nach erfolgter Markierung - eine Karenzzeit von drei Monaten ohne Bußgeld, indem man die Falschparker lediglich mit Zetteln an der Windschutzscheibe auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht. Bereits jetzt soll im Mitteilungsblatt vorab darauf hingewiesen werden. Der Beschluss über die genaue Ausweisung der Kurzzeit-Parkzone obliegt - nach dem Besichtigungstermin mit dem Bau-Ausschuss - dem Gesamtstadtrat.

Urnenwand für den Teuschnitzer Friedhof
Schon länger ist die Errichtung einer Urnenwand auf dem Teuschnitzer Friedhof an der Wand in Verlängerung des neuen Podests im Gespräch. Diesbezüglich fand auch im Juli 2020 eine Ortsbegehung des Bau-Ausschusses statt. „Jetzt haben wir neue Anfragen“, informierte der Bürgermeister. Die Intension der Interessenten sei die gleiche: Sie möchten in Teuschnitz bestattet werden; hätten jedoch keine Angehörigen mehr, die sich um die Grabpflege kümmern könnten. Auf die „grüne Wiese“ wollen sie nicht, da ihnen dies zu anonym sei. Die Verwaltung wird die Thematik entsprechend aufbereiten - mit Abklärung der gestalterischen Möglichkeiten, etwaiger Standorte, Kosten für die Errichtung, anfallende Gebühren usw. Auch Erfahrungswerte der Nachbargemeinden wird man einholen. Für Rappoltengrün und Wickendorf sahen die örtlichen Stadträte keinen Bedarf. Michael Hebentanz (FW) brachte die Thematik eines Friedwalds als Thema für die Rennsteigregion ins Gespräch. Jakob wird dies bei der ARGE Rennsteig vorbringen.

Die Fa. SGW Kleintettau plant die Errichtung einer Firmenhalle in der Reichenbacher Straße. Das Verfahren für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist mittlerweile abgeschlossen. Nachdem das Ingenieurbüro IVS die endgültigen Pläne ausgearbeitet hatte, wurde der Bebauungsplan Teuschnitz-Aue nunmehr vom Gremium als Satzung beschlossen.

Bekanntgaben der letzten nicht öffentliche Sitzung vom 18.01.2021:
Die Stadt hat den ehemaligen Schlecker von Marlene Gampert zum Kaufpreis von 30.000 € erworben. Weiterhin erwarb sie das Grundstück Flur-Nr. 1040 mit einer Größe von 540 qm für 540 € von Ursula Hertel sowie die Grundstücke Flur-Nr. 1036 und Flur-Nr. 2780 von Carmen Sesselmann für insgesamt 2.069,25 €. Die Fa. Bayernwerk erhält den Auftrag für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Rappoltengrün auf LED zum Angebotspreis von 1.660,05 €. Die Amortisationszeit beträgt ca. vier Jahre. Die Stadt beteiligt sich weiterhin am Projekt „Bärwurzwiesen und -weiden im Naturpark Frankenwald“. Die Kosten belaufen sich auf ca. 1.400 €/jährlich. Die Fa. RIWA GmbH aus Amberg erhält gemäß Angebotspreis von 7.974,19 € den Auftrag zur Vermessung und Digitalsierung der Kanaldaten in den Ortsteilen Haßlach und Rappoltengün.

Informationen des Bürgermeisters:
Die Bauarbeiten für das Schwarze Kreuz werden - nach der Winterpause - in dieser Woche fortgeführt. Auch beim ehemaligen Löfflershaus - dem zukünftigen Infopunkt bzw. der Besucher-Zentrale - gab es einen Jour Fix zwecks Abstimmung des Konzepts. An einem erneuten Termin Mitte März wird auch der Netzwerkmanager teilnehmen. Weiter geht es auch mit den Arbeiten im Hallenbad. Hier steht als nächstes die Fußbodenheizung an. Danach wird der Estrich verlegt, bevor die Fliesenleger zugange sein werden. Die Fa. Mühlherr will Mitte dieser Woche die Außenarbeiten fortsetzen. Im Zuge der Vorbereitung zum Bau der Gemeindeverbindungsstraße nach Wickendorf musste die Straße kurzfristig am Donnerstag und Freitag letzter Woche gesperrt werden. Der Baubeginn der Fa. Strabag ist für den 15. März vorgesehen. Eine Vollsperrung wird erforderlich. Für den Busverkehr steht die Stadt mit der Mobilitätszentrale in Kontakt, die eine Ersatzroute ausgeben wird. Abschließend teilte der Bürgermeister mit, dass sich die Stadt beim Bayerischen Landeswettbewerb 2021 Modellhafte Stadt- und Ortssanierung unter dem Titel „Gemeinsame Orte gestalten“ beworben hat.

Anfragen aus dem Gremium:
Mario Stingl (SPD) erkundigte sich nach dem Grund für die Sperrung der Langen Straße vor zur Hauptstraße. Der Winterdienst hatte, so Jakob, Granitpflastersteine in der Mitte der Straße herausgerissen. Wahrscheinlich werde man das komplette Beton- und Granitpflaster herausnehmen müssen.