Gleich drei Informationsberichte standen am Montag auf der Tagesordnung der ersten Teuschnitzer Stadtrat-Sitzung in diesem Jahr.

(von links) Der neue Stadtrat Alexander Fehn wurde von Bürgermeisterin Gabriele Weber vereidigt.

Stadtumbaumanagerin Bettina Seliger und Arnika-Netzwerkmanager Oliver Plewa hielten ihren Jahresbericht 2016 sowie eine Vorschau auf 2017, während Architekt Marcus Hamberger von den Freiraumpionieren sein Entwurfskonzept des ersten Bauabschnitts der Neugestaltung Stadtmitte Teuschnitz vorstellte. 

Seliger blickte zurück auf die Durchführung des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs, die Stadtratsklausur in Obertrubach und den „Tag der Städtebauförderung“. Für das Sonderprogramm der Städtebauförderung bewarb man sich mit dem Schwarzen Kreuz, wurde aber nicht berücksichtigt. In das kommunale Investitionsprogramm KIP wurde man mit dem Austausch der Fenster und Eingangstüre des Rathauses aufgenommen. Die neue Gestaltungssatzung der Stadt ist seit 1. Januar 2017 rechtskräftig. Einen Sachstandbericht hierzu sowie weitere Infos zum Förderprogramm gibt es bei der Bürgerversammlung am 27. Januar. Teuschnitz beteiligt sich am Wettbewerb „Modellregion Naturtourismus“. Ausgiebig beschäftigt man sich mit einem Flächenmanagement. „Das Leerstandsmanagement schlechthin gibt es nicht, da das Thema zu komplex ist“, erklärte Seliger. Wohnungsleerstand bedeute nicht eine Sättigung des Wohnungsmarktes. Vielmehr genügten viele Wohnungen nicht mehr den qualitativen Ansprüchen der Mieter. Man wolle Datenblätter leer stehender Objekte auf der städtischen Internetseite veröffentlichen. Für die „Förderoffensive Nordostbayern“ zur Beseitigung innerörtlicher Leerstände wurde das Schwarze Kreuz angemeldet. In der Lenkungsgruppe will man die Beschilderung für ein Besucher-/Bürgerleitsystem erarbeiten. Leider laufe Seligers Vertrag Mitte 2017 aus, sodass sie nur noch sechs Monate für Teuschnitz arbeite. Sie dankte für die tolle Zusammenarbeit. „Wir haben vieles erreicht, auf das wir stolz sein können“, so Seliger. Michael Hebentanz (FW) bat um ihre Einschätzung, ob man im kommenden halben Jahr noch einige Leerstände in Form von Revitalisierung beseitigen könne. „Es ist zäh“, antwortete die Architektin. Es würden immer wieder Gespräche geführt. Viele Eigentümer wüssten aber nicht genau, wo es hingehen solle. Wichtig wären einige umgesetzte exemplarische Beispiele. Die Stadt trete nicht als Immobilienmakler auf. Die Veröffentlichung betrachte man als Service.

Die Freiraumpioniere Landschaftsarchitekten hatten mit UmbauStadt, Weimar den Realisierungswettbewerb „Neugestaltung Stadtmitte Teuschnitz“ gewonnen, wobei - so Hamberger - der Schlossgarten und Markplatz im Mittelpunkt standen. Neben der wunderschönen Altstadt habe sich eine Neustadt bei der Schule entwickelt mit den Bereichen Kulturwiese / Festplatz / Spielplatz, die nun ebenfalls gefördert würden und man - noch vor der Altstadt - im ersten Bauabschnitt angehen wolle. Ziel sei dabei eine Verknüpfung dieses neuen Kerns mit der Innenstadt. Hierfür sei man in die Bürgerbeteiligung gegangen - mit Kindern, Jugendlichen und Eltern. Auf dieser Basis habe er sein Entwurfskonzept erarbeitet. Für den Spielplatz im Norden waren beispielsweise Kletter-, Schaukel-, Wasserspiel- und Sandspiel-Elemente gewünscht worden, ebenso eine Seilbahn. Das Wäldchen soll erhalten bleiben. Über den Wasserbereich sei ein Kletterturm angedacht sowie am Pflanzteich eine Sandfläche. Das Waser solle nicht mehr unterirdisch eingeführt werden, sondern oberirdisch in einen kleinen Bachlauf. An der Stirnseite des Teichs könne ein Kneipp-Becken entstehen. Der Festplatz solle auch als Park- beziehungsweise Ankunftsplatz für die Arnika-Akademie sowie Rastmöglichkeit genutzt werden, während der Jugendtreff im Übergangsbereich Sport-/Festplatz angesiedelt werden solle. Die jungen Leute wünschten sich Trampolins, einen Wetterschutz und eine Feuerstelle. Denkbar sei eine Zusammenarbeit als Projekt mit Studenten und Professoren der Uni Weimar. Wünschenswert sei eine Wegeverbindung zum Kräutergarten für ein großes Ganzes. Vorstellbar seien kleine Kunstaustellungen oder Sommerkonzerte. Durch die Freiflächenfunktionen entstehe fast schon ein kleiner Stadtpark und damit ein enormer Mehrwert für die Bevölkerung. Mit der Umsetzung könnte man eventuell schon im Sommer 2018 in die Realisation gehen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro. Das Konzept habe man der Regierung von Oberfranken vorgestellt, die ihre Unterstützung ankündigte. Dies bestätigte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU), die auf eine hohe Förderung hofft. Im Gremium herrschte Einverständnis, dass die Planungen auf dieser Basis konkretisiert werden. Der Beschluss soll bei der nächsten Stadtrat-Sitzung erfolgen.  

„2016 war ein sehr erfolgreiches Jahr, in dem wir vieles voranbringen konnten“, zog Plewa ein positives Fazit. Seine größte Aufgabe sei die Erstellung der Inhalte für Beschilderung des Kräutergartens gewesen. Meilensteine waren die Möblierung des Kräuterlehr- und Schaugartens, die Einweihung der Lehr- und Schauküche sowie der Wirtschaftsküche in der Arnika Akademie wie auch der BR-Wandertag auf dem Frankenwaldsteigla „Arnikaweg“. „Die Arnika Akademie ist etabliert und gut ausgelastet“, resümierte er. Rund 30 Personen erzielten dadurch Nebeneinkünfte. Die Kurse sind gut gebucht, die Einführung TEH-Praktiker ein großer Erfolg. Der Bekanntheitsgrad der Arnikastadt Teuschnitz wachse. Das Medienecho ist groß, das Thema in der Region populär. Das Projekt habe viele Unterstützer. Mit den Erlebnistagen habe sich eine weitere Großveranstaltung erfolgreich etabliert. Die Infrastruktur sei geschaffen, ein umfangreiches Netzwerk vorhanden. Ziele für 2017 sind das Erstellen eines Businessplans und die Entwicklung des Produktportfolios für die Naturmanufaktur Teuschnitz sowie deren Eröffnung, der Bau der Kulturwiese, der Besuch von 20 Besuchergruppen der Arnikastadt Teuschnitz, eine höhere Auslastung des Arnika-Cafés, die Etablierung der Weiterbildung „Zertifizierter TEH-Praktiker“ als auch die Generierung von Förderungen für die Projekte Schwarzes Kreuz, Ladenausstattung der Arnika Akademie und Ausstattung der Naturmanufaktur. „Die Anlage ist sehr gelungen“, freute er sich. Stauden bräuchten drei Jahre, bis sie ganz entwickelt seien. Daher werde der Garten noch attraktiver.  

Weitere Tagesordnungspunkte:  

Das Ingenieurbüro HTS-Plan Kronach wurde mit der Planung der Erschließung der Petrus-Zweidler-Straße, Bauabschnitt II für Straßenbau, Wasserleitung und Kanalisation beauftragt. Die Änderung des Bebauungsplanes Teuschnitz-Aue vom Sondergebiet zum allgemeinen Wohngebiet war in der Stadtrat-Sitzung im August 2016 beschlossen worden. Parallel zum Bebauungsplanverfahren soll die bauliche Erschließung des Baugebietes vorbereitet werden. In Fortsetzung der Petrus-Zweidler-Straße sollen im zweiten Bauabschnitt auf einer Länge von circa 120 Meter in nördliche Richtung zehn Bauplätze erschlossen werden. Die Bürgermeisterin wurde ermächtigt, einen Ingenieur-Vertrag abzuschließen. Weiter erließ der Stadtrat eine Neufassung der Satzung über die Erhebung von Verwaltungskosten für Amtshandlungen im eigenen Wirkungskreis. Dabei handelt es sich um eine Aktualisierung der bisherigen Satzung aus dem Jahr 1985. Es erfolgen keine Gebührenerhöhungen. Das Gremium genehmigte die Bilanz 2015 für die Wasserversorgung Teuschnitz. Sie schließt mit 479.466,21 Euro in Aktiva und Passiva und weist einen Verlust von 25.739,26 Euro aus. Dies wird von der Kapitalrücklage in Abzug gebracht, sodass der neue Wert 66.600,24 Euro beträgt. Der Verlust ist auf die zusätzlich benötigten Wassermengen zurückzuführen, die zu Mehrausgaben von netto 27.230,59 Euro führten. Grünes Licht gab es für den Antrag von Edwin Wachter auf Neubau eines Einfamilien-Wohnhauses Am Knock 18 a in Teuschnitz.

Sonstiges

Die Bürgermeisterin ging auf den Winterdienst ein. Laut Vereinbarung habe der Fahrer die Pflicht, bei Glätte zu streuen. Der Fahrer müsse in Teuschnitz und Wickendorf räumen, wofür er insgesamt rund 6,5 Stunden brauche. „Er macht seine Sache sehr gut“, lobte Weber. Ein großes Problem sei, dass die Leute ihre Höfe leer und den Schnee auf die Straße schaufelten. Man räume jetzt schon mehr als man müsste. Die Pflicht hierzu bestehe nur an steilen und gefährlichen öffentlichen Straßen und Wegen. Für die Erstellung eines Nutzungskonzepts für das Schwarze Kreuz kommt man in einem Workshop zusammen. Auf Rückfrage von Hedwig Schnappauf (FL) erklärte die Bürgermeisterin, dass drei Loipen im Gemeindegebiet gespurt würden: nach Reichenbach, nach Wickendorf bis zum Galgenberg und in Teuschnitz Aue. Mehr könne man sich nicht leisten. Hebentanz (FW) regte die Einrichtung eines Bürgerservice-Portals an. Die Bürgermeisterin wird hierfür die Kosten in Erfahrung bringen.

Stuhlrücken im Stadtrat

Alexander Fehn wurde von der Bürgermeisterin als neuer Stadtrat vereidigt. Er rückt für seinen verstorbenen Vater Harald Fehn nach. Alexander Fehn war nach der Stadtrats-Wahl 2014 nächster Listennachfolger der SPD. Die Neubesetzung von Ausschüssen und Arbeitskreisen erfolgt bei der nächsten Stadtrat-Sitzung. In diesem Zusammenhang teilte die Bürgermeisterin mit, dass SPD-Stadtrat Christof Körner am vergangenen Freitag seinen Rücktritt mitgeteilt habe. Ebenfalls in der kommenden Sitzung soll sein/e Listennachfolger/in vereidigt werden.

Termine:

27.01.: Bürger-Versammlung, 31.01.: Stadtrat-Sitzung