Wallfahrten nach Marienweiher haben eine lange Tradition – auch in Haßlach bei Teuschnitz. Nun begab sich erneut eine Pilgergruppe auf den Weg zum beschaulichen Gnadenort zwischen Bayreuth und Hof.

Am Samstag begab sich eine Pilgergruppe aus Haßlach bei Teuschnitz auf den Weg zum beschaulichen Gnadenort „Marienweiher“.

Am 29. Juni 1985 war nach einer Pause von 56 Jahren wieder die traditionelle Fußwallfahrt aufgenommen worden. Nach wie vor startet diese mit dem 3 Uhr-Glockenschlag in der Früh. Von der Kastanie am Luckenberg aus machten sich dabei auch in diesem Jahr zahlreiche Wallfahrer auf den Weg zur Gottesmutter nach Marienweiher. Begleitet wurde die Pilgergruppe von einem Fahrzeug des Transportunternehmens Edwin Neubauer, sodass keine Rucksäcke und Zusatz-Kleidung mitgeschleppt werden mussten.

Quer durch den Frankenwald - über Höhen und Täler - ging es nach Markleutgast. Stationen waren Tschirn, Hubertushöhe, Leitschmühle, Steinwiesen, Wallenfels, Haid, Presseck, Gräfengehaig, Schnaid sowie schließlich Marktleutgast. Dort trafen sich um 15 Uhr Fuß- und Buswallfahrer, um gemeinsam auf dem Wallfahrerweg die letzten Meter zur herrlichen barocken Basilika in Marienweiher - einer der ältesten Wallfahrtsorte Bayerns - zu ziehen. Um 17 Uhr fand dort in der gut gefüllten Basilika das Wallfahreramt statt, zelebriert vom Dekan, Pfarrer Thomas Hauth. In der Heiligen Messe beteten, baten und dankten die Wallfahrer - in persönlichen Anliegen sowie auch stellvertretend für die, die nicht dabei sein können - Gott und der Heiligen Muttergottes.

Dabei handelt es sich um eine gotische - in edle Gewänder gekleidete - Madonna aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Als Ursprung der Wunderkraft gilt eine Kaufmannsgeschichte. Vor allem in Notzeiten nahmen tausende Gläubige den beschwerlichen Weg über Berg und Tal auf sich, um ihre Sorgen und Nöte vor die „Maria von Weiher“ zu tragen und bei ihr Trost zu suchen. Besonders nach dem 2. Weltkrieg erlebten die Wallfahrten einen neuen Höhepunkt. Unzählige Kriegs-Heimkehrer dankten im Gnadenort dafür, dass sie zurückkehren konnten. Sie beteten für den Weltfrieden und gedachten der Gefallenen, Vermissten und Gefangenen. Durch vielerlei Einflüsse wie steigender Wohlstand aber auch das Aussterben der Kriegsgeneration wurde die Anzahl der Wallfahrer dann erneut kleiner.

Doch von vielen Gemeinden gerade auch im Landkreis Kronach wird der Brauch noch immer, teilweise schon über Jahrhunderte, aufrechterhalten - auch, wenn sich die Gründe für die Wallfahrt vielleicht geändert haben und heute sicherlich oft mehr das Abschalten vom stressigen Alltag und die Suche nach Ruhe und Einkehr im Fokus stehen. Geblieben ist jedoch das gemeinsame Sich-auf-den-Weg machen und das Unterwegs-Sein zu Maria - so auch bei der Pilgergruppe aus Haßlach.

Ein großer Dank von Harald Martin galt allen, die zum Gelingen des religiösen Erlebnisses beigetragen hatten. Insbesondere dankte er der musikalischen Begleitung und hier vor allem Josef Förtsch für die Organisation der Musiker, den Fahrern des Begleitfahrzeugs sowie dem Transportunternehmen Edwin Neubauer für dessen Bereitstellung, Peter und Maria Schnappauf für die Betreuung der Fußwallfahrer sowie Sabine Baumann und Doris Martin für den Blumenschmuck am Marienbild.