Traditionsgemäß am Faschings-Samstag schlängelte sich ein farbenprächtiger Gaudiwurm durch die Arnikastadt. Die Wahnsinns-Stimmung packte Teilnehmer wie Zaungäste.

 

 

Fantasievolle Kostüme, freche Maskierungen und originelle Motivwägen - Was war das für ein Leben in Teuschnitz! Was für herrliche Bilder und was für ein närrisches Spektakel! Am Samstagnachmittag verwandelte sich die ganze Arnikastadt in ein „Tollhaus“. Die gesamte Innenstadt war komplett in Narrenhand. Unzählige kleine und große Faschingsbegeisterte säumten den Straßenrand, als sich der kunterbunte Zug mit großem Tamtam, Musik und Radau, Süßigkeiten und Getränken sowie jeder Menge begeisterten „Teuschetz zerr oh!“-Rufen seinen Weg durch die Straßen bahnte.

Verstärkt durch Narren und Faschingsfreunde aus Steinwiesen, Förtschendorf, Welitsch sowie Posseck beziehungsweise Grössau nahmen über 20 phantasievoll kostümierte Gruppen am Gaudiwurm teil und sorgten für gute Laune. Bereits eine Stunde vor Beginn des Spektakels fand ein „Warm up“ mit DJ LuKi am Rathausplatz statt - Ein Angebot, das sowohl die Faschingselite als auch die Zuschauer - angesichts der frischen Temperaturen - liebend gerne annahmen. Entsprechend „vorgeglüht“ setzte sich das närrische Völkchen, angeführt von den „Teuschetzer Funkenmariechen“, in der Langen Straße in Bewegung.

Hunderte von Besuchern hatten sich entlang des Wegerandes positioniert, um die Super-Gaudi „hautnah“ miterleben zu können - und sie wurden nicht enttäuscht, kannte doch die Phantasie bei den ideenreichen Verkleidungen und aufwändig gestalteten Motivwägen keine Grenzen. Als putzige Waldtiere bezauberten die Jungen und Mädchen vom Kindergarten Teuschnitz ebenso wie die kleinen „Wickies“ vom Wickendorfer Kindergarten, die überwiegend als leuchtend rote Marienkäfer oder Fliegenpilze in Erscheinung traten. Gleich doppelt vertreten war das BRK-Teuschnitz. Während sich der Nachwuchs - die Lösch-Öchsla - in kleine Geister verwandelt hatten, grüßten die „Bierkapitäne“ von ihrem „Freibierwagen“ herab - Ein Angebot, das durchaus wörtlich zu verstehen war und demzufolge auch auf regen Zuspruch stieß. Die „Dance Kids“ hatten sich - wie schon bei ihrem begeistert aufgenommenen Auftritten bei den Teuschnitzer Büttenabenden - erneut dem Motto „Pop Art“ verschrieben. Auch „Die Anzichn Normoln“, kurz DAN, amtierender Oberfränkischer Meister, Oberpfälzer Meister und Deutscher Vizemeister/Ü35 im Männerballett, griffen ihr diesjähriges Faschingsmotto „Der Aberglaube schleicht ums Eck“ auf. Echte Hingucker waren die als Märchenbücher in Erscheinung tretenden „Einkehrer“ sowie die sich als süße Versuchung - in Form von Popcorn und Zuckerwatte - präsentierenden „Maulaffen“. Schön anzuschauen waren auch die „Nousnbärla" in ihren Quallen-Kostümen.

Natürlich kam man in der Arnikastadt - angesichts der anstehenden Kommunalwahlen - um die Lokalpolitik nicht herum. So thematisierten die „Zamgeloffena“ nicht nur den Brexit, sondern aus gegebenem Anlass - auch den „Webxit“ - als Hommage an ihre scheidende langjährige Bürgermeisterin. Passend zum Thema, hatten die „Partyflöhe“ einen Motivwagen „Teuschetz wählt!“ gestaltet. In großen Lettern stand darauf zu lesen: Beim Regieren ist die halba Miet, wenn a annerer die Fäden zieht“ sowie „Wer die Wahl hat , hat die Qual 4 (+2) Kandidaten stehen zur Wahl“. Eindeutig war auch die Botschaft der „Verbrecherbande“ von der Volkstanzgruppe Welitsch auf ihrem JVA-Motivwagen: „Die Musik zu laut, der Wagen zu groß, doch ohne Welitscher ist hier nicht los“. Wieder mit dabei waren die Urfranken aus Förtschendorf mit einem Wagen mit Musik. Nahezu mit ihrem ganzen Hofstaat - nämlich der Junioren- und Prinzengarde, dem Prinzen- und dem Kinderprinzenpaar samt Elferrat - war die Faschingsgesellschaft Steinwiesen vertreten.

Das schön anzuschauende Farbenspiel führte die Narrenschaft über die Hauptstraße und Rappoltengrüner Straße zur Schießhausstraße und Weidenstraße sowie anschließend wieder zurück über die Hauptstraße zum närrischen Rathausplatz. Natürlich wurden beim Umzug wieder jede Menge Süßigkeiten an die Kinder sowie Alkoholisches, das an Fasching auch aus Pappbechern schmeckt, an die Zaungäste verteilt. Immer wieder wurde der Faschingsruf „Teuschetz zerr oh!“ angestimmt, worauf sofort die Reaktion der Zuschauer folgte. Für ausgelassene Stimmung sorgten auch die Stadtkapelle Teuschnitz, die Wickendorfer Musikanten sowie der Musikverein Grössau-Posseck, die den Gaudiwurm schwungvoll musikalisch begleiteten.

Dem Spektakel schloss sich eine After-Show-Party unter freiem Himmel am Rathausplatz, erneut mit DJ LuKi, an. Wer wollte, konnte auch im Feuerwehrgerätehaus oder Sportheim noch viele Stunden voller Humor, Ausgelassenheit und Frohsinn weiter feiern.