In seiner Montagabend-Sitzung kannte der Stadtrat Teuschnitz den zusätzlichen Bedarf für eine reine Kinderkrippen-Gruppe an. Somit werden in der Stadt 100 Betreuungsplätze anerkannt, die aus drei Regelkinder-Gruppen und einer Krippen-Gruppe bestehen.

Die letzte Bedarfsplanung für die Kindertageseinrichtungen der Stadt war 2012 erfolgt. Durch eine höhere Nachfrage an Krippenplätzen, neuen rechtlichen Vorgaben zum Kindergartenbetrieb sowie neuer Raumprogramme wurde im Juli eine neue Bedarfsplanung durchgeführt. Dabei zählen nur die stadteigenen Kinder, nicht aber Gastkinder. Aufgrund früherer Regelungen wird der Bedarf der Gemeinde Tschirn mit berücksichtigt. Die Bedarfsplanung erfolgte auf Grundlage einer Elternbefragung, der Geburtenzahlen sowie der Anmeldungen in den Kindergärten.

Der Kiga Teuschnitz hat die Betriebserlaubnis für 50 Plätze für zwei Gruppen - eine Gruppe mit 25 Regelkindern sowie eine gemischte Gruppe mit neun Regelkindern und acht Krippenkindern. Da Krippenkinder doppelt zählen, werden 16 Plätze gerechnet und somit für diese Gruppe ebenfalls 25 Plätze. Der Kiga Wickendorf hat die Betriebserlaubnis für eine Regelkindergruppe mit 25 Plätzen. Es gibt eine Ausnahmegenehmigung für die Aufnahme von Kindern ab zwei Jahren, die wiederum doppelt gezählt werden. „In der Stadt Teuschnitz sind somit 75 Plätze für Kindergarten- und Krippenkinder anerkannt“, informierte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU).

Die schriftliche Elternbefragung ergab einen Rücklauf von 36 %. Laut Meldeamt sind für 2013 bis 2019 für die Großgemeinde Teuschnitz zuzüglich Tschirn 127 Geburten registriert. Darin sind 41unter Einjährige enthalten, die in der Regel keine Kita besuchen. Nach Mitteilung der Kigas liegen zum 01.01.2020 - ohne Gastkinder - für Teuschnitz Anmeldungen für 31 Regel- und 12 Krippenkinder (55 Plätze) vor sowie für Wickendorf 24 Regelkinder und drei Kinder unter drei Jahren (30 Plätze). In der Stadt sind somit 85 Plätze zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich - so Weber - der Bedarf für eine reine Kinderkrippen-Gruppe. Die drei Regelkindergruppen reichten aus und es sei mittelfristig kein weiterer Bedarf absehbar.

Nach Meinung von Michael Hebentanz (FW) reichten 100 Betreuungsplätze bei 127 registrierten Geburten nicht. Berücksichtige man den Doppelungseffekt bei den unter Dreijährigen, komme man auf nur 77 „echte“ Kinderbetreuungsplätze. Damit habe man faktisch für 50 der 127 Kinder keinen Betreuungsplatz. „Andere Gemeinden gehen da anders vor“, prangerte er an. Zudem hätten beide Kigas in den letzten Jahren immer Gastkinder gehabt und es bedürfe eines Puffers für Zuzüge. Laut Weber seien in der Bedarfsumfrage auch die unter Einjährigen beinhaltet, für die aufgrund der Erfahrungswerte kein Bedarf bestehe. Dass Gastkinder nicht gezählt werden, sei von Gesetz her Fakt. Daran lasse sich nichts rütteln, was auch Michaela Schneider vom Landratsamt bestätigt habe. Bei Anerkennung von 100 Betreuungsplätzen habe man einen Puffer von 15 Plätzen. Da in 25-er-Schritten gezahlt werde, müsste man - folge man Hebentanz - eine weitere Gruppe mit 25 Kindern schaffen. 40 freie Betreuungsplätze im Vorrat würden nicht anerkannt. „Man muss realistisch sein“, betonte sie. Bei weiterem Bedarf könne man später erhöhen. Gegenstimmen kamen von Michael Hebentanz (FW), Markus Wachter (CSU/FWG) sowie Alexander Fehn und Mario Stingl (beide SPD). Wo die Gruppe untergebracht wird, steht noch nicht fest. Architekt Kersten Schöttner nimmt sich der Sache an.

Kleine Dorferneuerung Haßlach
Das Thema wurde von den Haßlacher Stadträten Werner Neubauer und Harald Martin (beide CSU/FWG) angestoßen und findet großen Rückhalt in der Haßlacher Bevölkerung. Bei einer Ortsbegehung am 17. Juli empfahl Wolfgang Kießling vom ALE eine einfache Dorferneuerung. Damit werden hauptsächlich zentrale Dorfbereiche gestalterisch verbessert sowie leergefallene ortsprägende Gebäude saniert und neuen Nutzungen zugeführt. Nächste Schritte sind eine Bürgerversammlung am 16. September, ein Seminar in Klosterlangheim am 28. September, der Antrag der Stadt auf Einleitung des Dorferneuerungsverfahrens, die Zustimmung des ALE und Beauftragung eines Planungsbüros für eine Entwicklungsplanung.

Manuel Hirsch und Geschäftsleiter Thomas Weber stellten den dritten und zugleich letzten Teil des überarbeiteten Straßenbestandsverzeichnisses vor, dieses Mal für die Wege in der Gemarkung Teuschnitz. Die vorgestellten Widmungsänderungen von Ortsstraßen, Wegen und beschränkt öffentlicher Wege sowie die Namensänderungen wurden beschlossen. Die Ortsstraße Wiesenstraße wird aufgeteilt in die Wiesenstraße vom Abzweig Rappoltengrüner Straße bis Kräutergarten und Sportplatzstraße von der Wiesenstraße bis Abzweig Stadtgraben. Insgesamt stehen 100 km öffentliche Wege im Eigentum der Stadt und sind zu unterhalten.

Informationen:
Für den Ausbau der Reichenbacher Straße erfolgt die Asphaltierung und damit der Abschluss in der 33. Kalenderwoche.
Für die Sanierung der Thüringer Straße in Haßlach steht die Begehung mit der Firma an. Man hofft, im September die Beschichtung vornehmen zu können.
Im Bereich Frankenwald-/Fichtenstraße gab es einen Stromleitungsschaden. Nach Straßenöffnung wurde ein Kabelbrand auf der Länge von sieben oder acht Metern sichtbar.
Am 12. Juli haben 60 Teilnehmer den Lehrgang zum TEH-Praktiker abgeschlossen. Der nächste im September beginnende Lehrgang ist ausgebucht.
Alexander Fehn (SPD) erkundigte sich hinsichtlich der Alten Schule Wickendorf sowie der Erneuerung der Mauer-Abdeckplatten an der Bachstraße. Laut der Bürgermeisterin warte man noch auf den Bescheid für die Schule. Die Erneuerung der Abdeckplatte erfolgt demnächst; die Platten liegen bereits vor. Ebenfalls Fehn prangerte an, das in der gleichen Straße beim über den Bach verlaufenden Fußsteg Bojen verfault seien. Der Bauhof kümmert sich.
Mario Stingl (SPD) monierte das Auffüllen von Hundekotbeuteln beim Spielplatz und fragte nach, wann es im Bereich Schlossplatz weitergehe. Hier habe man - so Weber - noch kein Fachbüro gefunden, da alle überlastet seien.
Für das „Schwarze Kreuz“ starten nunmehr die Innen-Ausräumarbeiten, bevor es an den Abbruch geht.
3. Bürgermeister Werner Neubauer (CSU/FWG) erkundigte sich nach der Sanierung des Kriegerdenkmals Haßlach. Nachdem man dieses bei der Dorferneuerung nicht unterbekomme, wird man es seitens der Stadt angehen. Man sucht eine geeignete Firma.
Michael Hebentanz (FW) teilte mit, dass er und 2. Bürgermeister Stephanus Neubauer (CSU/FWG) den in den letzten Jahren von Straßenausbaubeiträgen betroffenen Bürgern Blanko-Rückerstattungsanträge in den Briefkasten geworfen hätten. „Man könnte das mit der Stadt abklären. Das ist eine städtische Aufgabe“, äußerte Weber ihr Unverständnis. Laut Rücksprache mit der Regierung seien hinsichtlich der Antragstelllung noch nicht alle Regularien abgeklärt. Sobald diese Infos vorliegen, wird die Stadt die betroffenen Bürger einladen und auf Wunsch bei der Antragstellung unterstützen.