Dort, wo am Samstag noch über 30.000 Besucher ausgelassen feierten, kehrt wieder Ruhe ein. Am Sonntag erfolgte der Abbau. Am Montagfrüh kamen die LKWs zum Abtransport. Die Helfer zeigen keine Ermüdungserscheinungen - weder Groß noch Klein!

Einmal Dorffest und retour.

Die Abzäunung ist wieder abgebaut.

Die „Herren der Lüfte“ beim Abbau der Bühne.

Abbau der Bühne.

Der Arbeitseifer der Teuschnitzer ist ungebrochen.

Der kleine Noah durfte im Gabelstapler mit helfen.

Die „Herren der Lüfte“ beim Abbau der Bühne.

Wie sich die Bilder gleichen. Am vergangenen Montag begann der Aufbau für das Dorffest. Nun - an diesem Sonntagnachmittag - wird wieder allerorts auf dem 13,7 Hektar großen Festgelände gewerkelt. Gabelstapler transportieren Bühnenteile und Zaunelemente. In luftiger Höhe leisten die Bühnenbauer - in ihren Schutzausrüstungen und mit Gurten gesichert - Schwerstarbeit. Von der riesigen Bühne nebst den beiden LED-Wänden - 62 Meter breit und 11 Meter hoch - steht nur noch das Gerüst: Einmal Dorffest und retour - Das Bayern 3 Dorffest in Teuschnitz ist Geschichte!

Auch viele Teuschnitzer sind an diesem sonnigen Sonntagnachmittag wieder mit vor Ort. Mit ungebrochenem Arbeitseifer heben sie die schweren Fußelemente der mittlerweile abgebauten Einzäunung in einen Anhänger. Auch vereinzelt noch aufgefundene Bierflaschen landen im Anhänger. Der Abfall ist weitgehend beseitigt. Noch einmal alle Kräfte mobilisieren! Die Anstrengungen der letzten Tage sieht man den Helfern nicht an, wohl aber den Stolz über das gelungene Mega-Event mit über 30.000 begeisterten Besuchern. Dementsprechend ausgelassen ist die Stimmung - gerade auch beim Jüngsten im Bunde, Noah. Der Sechsjährige strahlt wie ein Schneekönig. Stolz wie Oskar dreht er auf dem Beifahrersitz eines Gabelstaplers eine Runde nach dem anderen und strahlt unter seinem großen Bauhelm hervor. Macht das Spaß? Ein knappes „Ja“ und Nicken ist die Antwort. Der junge Mann scheint sich wohl auch berufstechnisch in Richtung seines Onkels und Taufpaten Martin Sesselmann zu orientieren, der natürlich auch seit dem Sonntagmorgen wieder mit dabei ist. Wie war das Fest für ihn? „Einfach geil, einfach genial. Ich hätte nie gedacht, dass so viele kommen - bei diesem Sch…wetter“.

In der Tat sah es noch am Samstagmittag nach einem total verregneten Dorffest aus. In Teuschnitz rechnete man schon mit dem Schlimmsten: All die Mühen, die ganze Arbeit in den vergangenen Wochen mehr oder weniger vergeblich? Petrus machte es spannend. Fast pünktlich mit dem Einlass schloss er dann aber doch seine Schleusen und es blieb - entgegen aller Vorhersagen - trocken. Kalt war es und windig, aber vor allem trocken! Es hätte also noch ganz anders kommen können. Am Ende waren es dann doch mehr als 30.000 Besucher, die sich nunmehr in den sozialen Medien geradezu überschlagen mit ihrem Lob an die tüchtigen Teuschnitzer. „Einfach nur fantastisch...super Organisation...Zusammenhalt und Engagement...eine Veranstaltung mit Großstadtniveau. Ich habe großen Respekt von den Teuschnitzern!“, „Teuschnitz hat dem Landkreis gezeigt, was man GEMEINSAM schaffen kann! Ich war vor Ort und hab ein TOP organisiertes Festival gesehen!“ oder auch aus Tiefenlesau, wo das Dorffest 2015 stattfand: „Da kann der ganze Ort stolz sein auf das Erreichte - Viele werden erst in den nächsten Tagen realisieren, was die letzten Tage mit dem Dorffest im Ort geschehen ist! Und nächstes Jahr feiern wir gemeinsam!“

Auch das Team von Bayern 3 hatte bei jeder Gelegenheit den Zusammenhalt, das Gemeinschaftsgefühl und den Fleiß der Teuschnitzer herausgestellt. Gerade auch für die tüchtigen Helfer freut es Sesselmann, dass man dann trotzdem noch ein perfektes Fest feiern konnte. „Wahnsinn! Wir konnten zwar für das Sch…Wetter nichts, aber ihr wart alle trotzdem der absolute Hammer! Ich glaubs jetzt noch nicht! Geiler Sch..! Danke!", heißt es auf seiner Facebook-Seite. Seine Stimmungslage: Glücklich! Überwältigt! Dankbar allen, die für das Dorffest gekämpft haben und sich in irgendeiner Form eingebracht haben, um das Unmögliche möglich zu machen! „Und auch ein wenig geschafft!“, wie er einräumt. Aber was macht das schon bei einem solch Wahnsinns-Erlebnis!

Irgendwie kann man es in Teuschnitz noch immer nicht so recht glauben, was da in den letzten Wochen vor sich ging und geleistet wurde. Einige Teuschnitzer machten nach dem Dorffest die Nacht zum Tag und belagerten die Kneipe Bamboo, das Sportheim oder wo sonst noch um diese Zeit geöffnet war. Martin Sesselmann dagegen trank nur noch ein Bierchen mit dem Team von Bayern 3, bevor es nach Hause ging. Schließlich ging es ja am Sonntagmorgen schon weiter, da die LKWs bereits am Montag früh um 7 Uhr anrückten und bis dahin alles abgebaut sein musste.

Am Sonntagmorgen wurden übriggebliebener Kuchen und die restlichen Nudelgerichte an die Bevölkerung ausgeteilt. Die nicht verkauften Bratwürste wurden bei den Vereinen zwischengelagert und eingefroren für ein Helferfest, das schon bald gefeiert werden soll. „Wir werden ein großes Zelt aufstellen“, kündigt Martin Sesselmann voller Vorfreude an. Und da ist es wieder: Das Leuchten in seinen Augen, die Vorfreude auf das nächste Ereignis - dann aber wahrscheinlich doch „eine Nummer kleiner“ als beim Dorffest.