Am Samstag steigt in Teuschnitz das Bayern 3 Dorffest. Seit Montagmorgen ist der Aufbau auf dem Festplatz in vollem Gange. Begonnen wurde mit der großen Bühne und dem Backstage-Bereich, die spätestens am Mittwochfrüh stehen sollen.

Lagebesprechung: Produktionsleiter Jörg Müller (zweiter von links) mit (von rechts) Geschäftsstellenleiter Thomas Weber, Bürgermeisterin Gabriele Weber, Martin Sesselmann sowie tüchtigen Feuerwehr-Kameraden. Im Hintergrund ist der Bühnenaufbau in vollem Gange.

Lagebesprechung: Produktionsleiter Jörg Müller (zweiter von links) mit (von rechts) Geschäftsstellenleiter Thomas Weber, Martin Sesselmann und Bürgermeisterin Gabriele Weber sowie tüchtigen Feuerwehr-Kameraden. Im Hintergrund ist der Bühnenaufbau in vollem Gange.

Ein LKW nach dem anderen fährt Bauteile herbei, die von Gabelstaplern abgeladen und an ihren entsprechenden Platz transportiert werden.

Am Mittwoch soll die Bühne mit dem Backstagebereich stehen.

Bayern 3-Produktionsleiter Jörg Müller flitzt mit seinem Quad über das Areal.

(von links) Martin Sesselmann und Produktionsleiter Jörg Müller im Gespräch.

Es ist so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm. Um die 50.000 Besucher - vielleicht auch mehr - werden beim Bayern 3 Dorffest in Teuschnitz erwartet. Gefeiert wird auf dem so idyllisch südwestlich vor den Toren der Arnikastadt gelegenen Fluggelände des Aero Clubs Teuschnitz. Auf dem 13,7 Hektar großen Areal, wo sonst Modelle bis 25 kg starten, herrscht an diesem Montagmittag reges Treiben. Ein LKW nach dem anderen kommt angefahren - beladen mit Bauteilen, die von Staplern abgeladen und auf ihren entsprechenden Platz transportiert werden. Trotz des Gewusels geht alles sehr geordnet, koordiniert zu. Von Hektik oder Aufregung keine Spur - und auch die Sonne strahlt nur so vom Himmel. Alles wirkt ruhig und friedlich. Das wird am Samstag ganz anders aussehen, wenn hier Bayerns größte Open-Air-Party des Jahres steigt.

„Alles schaut gut aus. Wir liegen voll im Plan“, bestätigt Jörg Müller. Der Produktionsleiter von Bayern 3 flitzt mit seinem Quad über das ganze Feld. Nun ja, zum Laufen wäre es auch etwas weit. 30 Jahre - erzählt er - organiert er nun schon Festivals; bei den Bayern 3 Dorffesten ist er seit Anfang an dabei. „Das waren immer schöne Feste. Jedes war anders, auf seine eigene Art und Weise. Aber sie waren immer rundum gelungen“, lacht er. Man merkt im deutlich an, dass ihm sein Job noch immer viel Spaß macht. „Riesigen Spaß“, wie er bestätigt. Dass das alles so geordnet abläuft, mag er aber nicht für sich in Anspruch nehmen. „Das liegt immer an der Bevölkerung. Gebe es bei allen von mir betreuten Festivals ein Treppchen wie bei einer Olympiade, dann wären die Teuschnitzer ganz weit oben. Alles packt an, alles hilft mit, alle sind eingebunden“, lobt er und ergänzt: „Das ist bei einem solchen Event sehr wichtig. Das kann man nicht von oben überstülpen. Die Bevölkerung muss das Feuer selbst entfachen.“ Wie auf Kommando düst gerade Bauhofleiter Georg Eidelloth mit seinem Bauhof-Fahrzeug dabei - natürlich nicht, ohne sein wie immer strahlendes Lächeln.

Wenig später checken dann auch Bürgermeisterin Gabriele Weber und Geschäftsstellenleiter Thomas Weber die Lage. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf den Plan sowie auf die Bauarbeiten für die Bühne, die hinter ihnen auf einer Anhöhe vor sich gehen. „Da oben entsteht die Bühne und der Backstagebereich. Die Bühne wird riesengroß. Die Künstler singen in Richtung des Fliegerheims“, erklärt Müller. Spätestens, wenn die Bühne am Mittwochvormittag stehe, sehe man, wie groß diese tatsächlich sei. Wettertechnisch sei alles optimal. Von daher dürfte einem relativ zügigen Aufbau nichts im Wege stehen. Bei den Bauteilen, die von den LKWs angefahren werden, handelt es sich dann auch insbesondere um Bühnen-Teile. Diese werden abgeladen und mit Gabelstaplern zum Standort der Bühne transportiert. Neben der Bühne erfolgt an diesem Montag noch der grobe Unterbau. Es wird ein Schwerlastboden als Untergrund aufgezogen - schwere Metallböden, damit die Wiese nicht beschädigt wird und die LKWs anliefern können. Solche spezielle Böden sind erforderlich, um den natürlichen Untergrund zu schonen und auch, damit sich die Lastwagen - beispielsweise bei Nässe - nicht festfahren. Auch die sanitären Anlagen und Dixie-Toiletten werden noch am Montag aufgestellt wie auch der Bürocontainer. Ab Mittwoch soll dann auch das Pressezelt von Bayern 3 stehen.

„Bei einem Fest in einer solchen Größenordnung gibt es sehr viel zu bedenken. Normalerweise wird ein Event ein Jahr im Voraus geplant. Nur 14 Tage Vorbereitung sind eine Riesen-Herausforderung. In meinen Augen ist das Weltrekord. Das ist das am schnellsten geplante Fest in dieser Größenordnung in Europa“, ist er beindruckt. Gerade deshalb sei es auch so wichtig, dass die Bevölkerung mitziehe. Hier hat die Bürgermeisterin keinerlei Bedenken: „Wir bekommen so viele Hilfsangebote von allen Seiten. Auch die Listen der Kuchenbäcker füllen sich. Das ist einfach nur schön.“ Vor Ort ist natürlich auch Martin Sesselmann, Hauptorganisator des Bayern 3 Dorffest Teams Teuschnitz. „Ich habe schon so viel gesagt“, wiegelt er bescheiden ab, als er um ein Statement gebeten wird. Er muss auch nichts sagen: Die Vorfreude ist ihm deutlich anzusehen - ein Traum, der Realität wird!

„Eigentlich stellen wir ein ganzes Dorf hier auf“, betont indes Jörg Müller. Ein sehr schöner Neben- oder besser Folgeeffekt sei für ihn, dass mit dem Dorffest nicht alles vorbei sei. In einigen Orten, wo man zu Gast gewesen sei, fänden noch immer Festivals - natürlich „eine Hausnummer kleiner“ -statt. „Einfach, weil es den Organisatoren so gut gefallen hat und natürlich, weil sie jetzt auch schon Erfahrung haben. Da kommen auch oft die gleichen Gäste. Durch das Dorffest sind viele Freundschaften entstanden. Das finde ich sehr schön, was sich daraus entwickelt“, freut er sich über die Nachhaltigkeit aus dem Anstoß des Dorffests heraus.

Während am Montag „nur“ einige Dutzend Helfer mit dem Aufbau und Abladen beschäftigt sind, wird sich dies in den kommenden Tagen entsprechend erhöhen - ebenso wie das Interesse der Schaulustigen. „Je weiter wir sind, umso mehr kommen vorbei - gerade auch am Freitag, wenn der Soundcheck erfolgt“, weiß Jörg Müller. Einige Fahrradfahrer schauen dann aber auch schon an diesem Morgen vorbei - und auch die Teuschnitzer Feuerwehr. „Wir sind seit 7 Uhr vor Ort, um die LKWs zu koordinieren und ihnen den Weg zu weisen“, erklären die tüchtigen Kameraden, die von riesigen Dimensionen und absoluten Ausnahmezustand sprechen.

Keine Frage: Teuschnitz stehen auch weiterhin arbeitsreiche Tage ins Haus. Ohne den großen Zusammenhalt in den vergangenen Wochen im ganzen Landkreis hätte es die Arnikastadt nicht geschafft, die Megaparty hierher zu holen. Nun gilt es noch einmal Gas zu geben und alle Kräfte zu mobilisieren. Kein Problem für Teuschnitz!

Parkflächen: An Parkflächen stehen insgesamt rund 50 Hektar zur Verfügung: den Parkplatz Nord Richtung Reichenbach, Ost Richtung Rappoltengrün sowie Süd Richtung Wickendorf. Auch hier wird bereits eifrig gewerkelt. Stellplätze für Wohnmobile und Zelte sind ebenfalls vorhanden. Es gibt keinen Shuttle-Service. Die Straßenverbindung Förtschendorf bis zum Teuschnitzer Kreisel wird komplett gesperrt!