Die Vorbereitungen für das Bayern 3 Dorffest in Teuschnitz laufen auf Hochtouren. Mittlerweile steht die große Bühne. Am heutigen Donnerstag werden noch die dazugehörigen LED-Wände aufgebaut.

Die Fachgruppe Veranstaltungssicherheit mit der Prozesskoordinatorin Magdalena Binder (Mitte).

Aufbauarbeiten

Das Dorffest wird im zweiten Jahr in Folge eingezäunt.

Die Verkaufshütten stehen in Reih und Glied.

Der Aufbau der Dorffest-Bühne ist ein Kraftakt.

„Ok, Jungs - noch einmal und stopp!“ - Mit einem kräftigen „Hauruck“ ziehen an diesem Mittwochvormittag eine Reihe starker Männer auf dem Fluggelände des Aero Clubs Teuschnitz eine Bühnenplane nach der anderen auf. Eine schweißtreibende Arbeit, unschwer zu erkennen! Das Grundgerüst für die große Bühne steht bereits: 62 m breit und 11 m hoch - inklusive der LED-Wände, die am heutigen Donnerstag errichtet werden. Und dann … könnte es eigentlich schon losgehen - ganz so ist es dann natürlich doch nicht.

„Wir sind seit Montag gut vorangekommen. Das Wetter ist auch gut, alles bestens. Wir freuen uns auf Samstag!“, erklärt der Produktionsleiter von Bayern 3, Jörg Müller, der einen sehr entspannten Eindruck macht - trotz des Gewusels um ihn herum. In nahezu jeder Ecke des Festplatzes scheint gewerkelt zu werden - und das will etwas heißen, bei einem 13,7 Hektar großen Areal! Arbeit gibt es mehr als genug. Die Verkaufshütten auf der rechten und linken Seite stehen bereits in Reih und Glied. Ein Großteil des Geländes ist schon eingezäunt. Es ist das zweite Mal, dass eine Einzäunung des Dorffests erfolgt.

„Wir zäunen nicht gerne ein, weil das Dorffest ja ein offenes Fest sein soll. Aber wir kommen da nicht dran vorbei“, bedauert BR-Sicherheitschef Walter Stadler. Ansonsten müsste man außen um das Areal herum alle drei Meter einen Polizisten aufstellen, was finanziell gar nicht möglich wäre. Für eine Einzäunung entschloss man sich aufgrund der Terror-Anschläge. „Eine Einzäunung ist heute leider Standard und da wird sich auch nichts daran ändern“, ist sich Stadler sicher. Für die Besucher sei dies mittlerweile selbstverständlich - auch die verstärkte Polizeipräsenz und die Kontrollen, die es natürlich auch beim Dorffest geben wird. „Wenn wir vor einigen Jahren ein solches Event eingezäunt hätten, hätten die Leute noch gesagt, Ihr spinnt“, meint er. Der Bayerische Rundfunk verfügt über eine eigene Abteilung Sicherheit. Diese erstellt das jeweilige Sicherheitskonzept für die Veranstaltungen - natürlich in Absprache mit der Polizei und den anderen Sicherheitsdiensten. „Aber wir sind verantwortlich. Bei uns laufen die Fäden zusammen. Die ganzen Infos und Benachrichtigen von den verschiedenen Stellen müssen ja koordiniert werden“, erklärt er und verweist auf das für Teuschnitz erarbeitete Sicherheitskonzept mit 100 Seiten, ohne Anlagen. Seine - wie er sagt - „linke und rechte Hand“ ist die Prozesskoordinatorin Magdalena Binder, die bereits beim Bayerischen Rundfunk gelernt hat und seit einigen Jahren diese ebenfalls sehr verantwortungsvolle Funktion einnimmt. Zusammen mit ihren Kollegen von der Fachgruppe Veranstaltungssicherheit ist sie in einem Container vor Ort. Die Fünf sitzen in einer Reihe, jeder einen PC vor sich. Das Telefon steht nicht still. An den Wänden hängen Pläne vom Festgelände sowie von den Parkplätzen.

Auch Binder findet nur lobende Worte für die engagierten Teuschnitzer. „Ich bin begeistert, wie das alles hier abläuft. Wenn alleine um die 200 freiwillige Feuerwehrkameraden aus dem ganzen Landkreis mit helfen, das ist in meinen Augen sensationell gut - diese Hilfsbereitschaft, dieser Zusammenhalt!“, würdigt sie. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei und den anderen Hilfsdiensten klappe sehr gut. „Ich denke schon, dass manche beim ersten Treffen noch etwas skeptisch waren, weil sie ja nicht gewusst haben, was auf sie zukommt. Aber nach einigen Minuten, als wir uns und unser Sicherheitskonzept vorgestellt haben, hat sich das gelegt. Alle sind voll dabei“, freut sie sich. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei ebenfalls sehr angenehm. Man habe gute Gespräche mit der Bürgermeisterin geführt. Begeistert zeigt sie sich von der Schnelligkeit der Umsetzung, wenn etwas gebraucht werde. „Alleine, was Helfer und Landwirte für Rindenmulch und Hackschnitzel angefahren haben, das ist unglaublich“, sagt sie.

Die Vorfreude beim ganzen Team auf Samstag ist riesig. Wichtig sei es, dass sich die Besucher vorher über die Verhaltensregeln informierten und auch, was nicht mitgenommen werden dürfe. Die Mitnahme von großen Taschen und Rucksäcken ist nicht erlaubt, lediglich kleinere Handtaschen und Bauchtaschen (DIN A4 Format – max. 3 Liter Volumen). Größere müssten im Auto bleiben, zumal es auch keine Abgabestelle vor Ort gebe. Ebenfalls nicht mit auf das Areal dürfen sperrige Gegenstände wie Stühle, Fahnenstangen und große Regenschirme, lediglich kleine Taschenschirme. Wobei wir schon beim Wetter wären. „Bislang hatten wir bei den Dorffesten meistens schönes Wetter. Im letzten Jahr in Moosbach war es genial, da kamen dann auch 70.000 Besucher. Vor drei Jahren hat es genieselt. Trotzdem waren 40.000 Leute da. „Es gibt kein schlechtes „Wetter, nur schlechte Kleidung“, meint sie. Das Fest finde dann auch bei jedem Wetter statt. Bei einem Sturm oder Gewitter müsse man aus Sicherheitsgründen unterbrechen. Das Wetter bereitet auch Bauhofleiter Georg Eidelloth etwas Sorgen: „Ich hoffe, das Wetter hält - insbesondere auch wegen der Parkplätze, damit die nicht durchweichen.“ Über die Anzahl der Parkplätze indes braucht sich niemand Gedanken zu machen. Auf rund 50 Hektar Parkfläche stehen zwischen 15.000 und 20.000 Parkplätze zur Verfügung. Weitere hat man in der „Hinterhand“. Der endgültig finale Plan wird noch auf der Homepage von Bayern 3 eingestellt - wahrscheinlich am Donnerstag oder Freitag.

„Das sind alles Dimensionen“, sagt Eidelloth beeindruckt, während er über das weite Areal blickt sowie auf die Bühne, die mehr und mehr Gestalt annimmt. Der darauf am Freitagabend geplante Soundcheck mit den Künstlern entfällt. Dies habe, so Jörg Müller, verschiedene Gründe - beispielsweise anderweitige Verpflichtungen der Künstler. Am Freitag gebe es leidglich eine Technik-Probe - also für Licht und Ton. Die Künstler selbst probten erst am Samstag, bevor sie dann nachmittags so richtig loslegen und die Dorffest-Bühne rocken - Wo? Natürlich in Teuschnitz! Wir freuen uns darauf! hs

Infos:
Bayerns größtes kostenloses Musikfestival findet dieses Jahr bereits zum neunten Mal statt. Beim Bayern 3 Dorffest 2016 feierten über 70.000 Menschen in Moosbach in der Oberpfalz eine unglaubliche Party, die die Einwohner zusammen mit Bayern 3 auf die Beine gestellt haben. Für großartige Stimmung sorgten neben Mark Forster und Milow die deutsche Sängerin und Rapperin Namika sowie die Bayern 3 Band.

Ablauf:
13:30 Uhr: Einlass
15:00 Uhr: Veranstaltungsbeginn
15:30 Uhr Álvaro Soler
16:45 Uhr: BAYERN 3 Band
19:00 Uhr: Beth Ditto
20:45 Uhr: Sarah Connor
ca. 23 Uhr: Veranstaltungsende

Bisherige Gewinner-Orte:
2016: Moosbach (Oberpfalz)
2015: Tiefenlesau (Oberfranken)
2014: Altdorf (Niederbayern)
2013: Georgensgmünd (Mittelfranken)
2012: Bad Wiessee (Oberbayern)
2010: Inzell (Oberbayern)
2009: Knetzgau (Unterfranken)
2008: Walkersbach (Oberbayern)

Parkplätze:
Parkplatz 1 ist aus Richtung der B85 Abzweig Förtschendorf, sowie der Kreisstraßen aus Richtung Kronach erreichbar und liegt unmittelbar am Veranstaltungsgelände.
Parkplatz 2 ist aus Richtung Hof erreichbar und liegt östlich von Teuschnitz in der Nähe des Schulgeländes. Der Fußweg zum Veranstaltungsgelände ist ausgeschildert. Ein Behindertenparkplatz sowie ein Fahrradparkplatz sind unmittelbar vor dem Veranstaltungsgelände eingerichtet.
Ein Motorradparkplatz befindet sich beim Sportplatz in Wickendorf.
Für das Parken wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 2,00 € erhoben.

Zahlen, Daten, Fakten:
Besucher: ca. 60.000 über den Tag verteilt
Helfer: ca. 800, davon ca. 500 aus örtlichen Vereinen
Ausgewiesene Parkplätze: 15.000 - 20.000
Toiletten: ca. 200 inkl. Behinderten-Toiletten
Essen: 25 Buden, 100.000 Bratwürste
Technik:
Licht: 300.000 Watt
Ton: 320.000 Watt
Bühne inkl. LED Walls: 62 m breit, 11 m hoch
Kabelstrecken inkl. Catering: ca. 35 km aneinandergereiht
Bauzaun aneinandergereiht: 3,5 km