Seit 1. Mai vergangenen Jahres steht Andreas Bayer als Netzwerkmanger in Diensten der „Arnikastadt“. Bei der Stadtrats-Sitzung am Montag gab er nun einen ersten Tätigkeitsbericht.

Andreas Bayer im rund 3.000 m² großen Lehr- und Schaugarten an der Teuschnitzer Arnika-Akademie.

„Meine Tätigkeit ist breit gefächert, wenngleich das in der Öffentlichkeit bisweilen relativ schwer nachzuvollziehen ist“, erklärte Andreas Bayer. Sein umfangreiches Aufgabengebiet umfasst beispielsweise den Aufbau und die Ausgestaltung eines Kräuter-Informationszentrums in Zusammenarbeit mit den Städteplanern und Architekten der Stadt Teuschnitz sowie dem Arnikaverein, die Entwicklung eines Schulungsangebots für die Lehr- und Schauküche sowie von Weiterbildungsmodulen für die TEH-Ausbildung als auch die Integration von Lehr- und Schaubeeten. Hinzukommt die Entwicklung und Umsetzung eines Wegeleitsystems mit der Planung und Ausarbeitung der zwei neuen Stadtwege in und um Teuschnitz (Stadtmauer-Weg und Teuschnitz-Rundweg), die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Arnikaverein Teuschnitz, der Aufbau und das Knüpfen von Netzwerken, das Finden von Verbündeten und Kooperationspartnern sowie die Mitwirkung bei der Erarbeitung und Ausgestaltung erforderlicher Kommunikationsmittel.

Ein großes Anliegen ist ihm der Aufbau eines Informationszentrums für die Arnika-Akademie im ehemaligen Löfflers-Haus. „Es soll eine runde Sache in Verbindung mit dem „Schwarzen Kreuz“ entstehen“, wünschte sich der Teuschnitzer, der sowohl ein Bachelor-Studium für Holztechnik als auch ein Master-Studium für Forst- und Umwelt-Ingenieurwesen abgeschlossen hat. Vorstellbar sei eine Mischung eines „Haus des alten Wissens“ und eines Besucher-Infozentrums. Neben einem abwechslungsreichen Seminar - und Veranstaltungsangebot stößt vor allem die Weiterbildung zum TEH-Praktiker auf großes Interesse. Seit seiner Premiere ist der Lehrgang mit IHK-Zertifikat zur „Traditionellen Europäischen Heilkunde“ Jahr für Jahr ausgebucht. Bayer selbst nimmt seit Oktober an einem solchen Kurs teil. Aufgrund des großen Zuspruchs sollen von nun an zwei Kurse pro Jahr stattfinden, darunter auch - bei genügend Anmeldungen - erstmals ein Block-Kurs von Mai bis Oktober. Forciert werden soll die Integration bzw. Zusammenarbeit mit TEH-Absolventen. Angedacht als zusätzliche Module sind beispielsweise eine Salbenwerkstatt, Ernährungsberatungen sowie Frauen-Naturheilkunde und ein Kräuter-Frauenwochenende. Konkret in Planung ist die Erweiterung des Schulungsangebots um den Aufbau einer eigenen Hausapotheke mit Kräutern und Hausmitteln. Leider ist die Möglichkeit einer Anmietung der topausgestatteten Schauküche - auch von Nichtmitgliedern im Arnikaverein - für Kochseminare, Seifenkurse, Ernährungsberatungen usw. noch nicht überall publik.

Für den Auf- bzw. Ausbau weiterer Kooperationen und Netzwerke möchte Bayer die Zusammenarbeit mit weiteren Vereinen, Institutionen und Einrichtungen forcieren. Essenziell für das Arnika-Projekt sei die Rentabilität. Hierfür gelte es, stets die finanzielle Situation stets im Blick zu behalten - sprich die Betriebskosten, die Produkt-Rentabilität, Herstellungskosten usw. Hierzu versucht er, neue Absatzwege zu erschließen - beispielsweise in Apotheken, bei lokalen Einzelhändlern und größeren Einkaufsgeschäften aber auch durch den Aufbau eine eigenen Online-Shops. Frisch auf den Markt ist ein 40-prozentiger Bärwurzgeist.

„Der Produktverkauf im Laden läuft gut“, freute er sich. Es fehlten jedoch die ausgefallenen Großveranstaltungen wie die Erlebnistage und das Arnikafest. Allgemein habe Corona viel Zeit und Energie gefressen. So seien für ihn noch unvorhergesehene Aufgaben wie das Beantragen von Kurzarbeit der Mitarbeiterinnen bzw. staatlicher Hilfe dazugekommen wie auch die Entwicklung eines neuen Corona-konformen Hygienekonzepts für das Kursangebot.

Einige Module der TEH-Seminare werden schon im Webinar-Format abgehalten. Am kommenden Samstag findet erstmals ein Block über acht Stunden online statt. Überhaupt werde man mehr Online-Seminare und Lehrvideos ausarbeiten und das Social Media-Angebot verstärken. „Meine Tür steht immer offen“, betonte er abschließend, für neue Ideen stets offen und dankbar zu sein.

Für die Ausführungen gab es viel Lob aus dem Gremium. Angeregt wurde, für einen verstärkten Kräuter-Anbau, einen Ausbau des Kontakts zu den Landwirten auch im Nebenerwerb. Bürgermeister Frank Jakob (FW) zeigte sich sicher: „Es steckt jede Menge Potenzial im Arnika-Projekt“. Von nun soll Bayer dem Gremium regelmäßig alle sechs Monate einen Tätigkeitsbericht abgeben.