Die Telekom erhält den Zuschlag für den Breitband-Ausbau. 522 Haushalte können ab Mai 2018 schnelles Internet nutzen. Mit der Vertragsunterzeichnung am Freitag im Rathaus der Stadt Teuschnitz erfolgte nun der symbolische Startschuss.

(von links) Friedrich Weinlein, Bürgermeisterin Gabriele Weber, Kämmerin Sabine Fischer sowie Andreas Rudloff bei der Vertragsunterzeichnung am Freitag im Teuschnitzer Rathaus.

Die Deutsche Telekom hat die öffentliche Ausschreibung für den Internet-Ausbau in Teuschnitz gewonnen. Ab Mai 2018 können 522 Haushalte Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s (Megabit pro Sekunde) buchen. In Teilbereichen sind sogar Bandbreiten um die 100 MBit/s möglich. Die Telekom wird rund 13 Kilometer Glasfaser verlegen, drei Multifunktionsgehäuse und vier Glasfasernetzverteiler aufstellen und mit neuester Technik ausstatten. 180 Gebäude bekommen einen Glasfaseranschluss direkt ins Haus. Das Netz wird dann so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Die Stadt Teuschnitz und Telekom haben dazu am Freitag einen Vertrag unterschrieben.   

„Wir danken der Stadt Teuschnitz für das entgegengebrachte Vertrauen und werden das Projekt zügig umsetzen“, versicherte Friedrich Weinlein, Kommunaler Ansprechpartner Deutsche Telekom Technik. Die Telekom versorge Rappoltengrün und Teuschnitz mit moderner Technik und mache die Stadt damit zukunftssicher. Laut Andreas Rudloff, Ansprechpartner Infrastrukturvertrieb der Telekom Deutschland, steige man nun in die Feinplanung für den Ausbau ein. Parallel hierzu wird eine Tiefbau-Firma ausgesucht, Material bestellt und die Baugenehmigungen eingeholt. Sobald alle Leitungen verlegt und die Multifunktionsgehäuse aufgestellt sind, erfolgt die Anbindung ans Netz der Telekom. „In der Regel können die Kunden bereits 18 Monate nach Vertragsunterzeichnung die neuen Anschlüsse nutzen“, zeigte sich Rudloff zuversichtlich.

So funktioniert die Technik:
VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) ist eine Breitbandtechnologie. Diese nutzt für die Übertragung von Daten eine Kombination aus Kupfer- und Glasfaserleitungen. VDSL unterscheidet sich von DSL (Digital Subscriber Line) durch deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Mit VDSL wird derzeit eine Übertragungsrate von bis zu 50 MBit/s beim Herunterladen erreicht. Ein DSL-Anschluss schafft bis zu 16 MBit/s.

Je näher die Glasfaserleitung an die Kundenanschlüsse heranreicht, desto höher ist das Tempo. Deshalb verlegt die Telekom jetzt Glasfaser bis in die Multifunktionsgehäuse (MFG), den großen grauen Kästen am Straßenrand - einer Art Mini-Vermittlungsstelle. Im MFG wird das Lichtsignal in ein elektronisches Signal gewandelt und über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. Für 180 Gebäude ist im Rahmen des Ausbaukonzepts eine Sonderlösung vereinbart. Hier endet das Glasfaserkabel nicht im MFG am Straßenrand, sondern hier wird die Glasfaser bis in die Häuser gezogen. Damit das möglich ist, müssen die Hauseigentümer eine Einverständniserklärung unterschreiben. Rudloff wies darauf hin, dass die Maßnahme im Zuge des jetzigen Ausbaus kostenlos erfolge. Falls dies später - nach Abschluss der Maßnahme - gewünscht werde, fielen für den Hauseigentümer Kosten in Höhe von rund 600 Euro an. Hierzu wird - wie Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) ankündigte - eine Info-Veranstaltung der Stadt zusammen mit der Telekom für die Eigentümer anberaumt.

Weber freute sich bei der Vertragsunterzeichnung am Freitag sehr darüber, dass nun der Ausbau zügig beginnen kann. Eine hochleistungsfähige Breitbandversorgung sei auch im ländlichen Raum eines der großen Zukunftsthemen - nicht nur für Firmen, sondern für die gesamte Bevölkerung. Dies zeige sich beispielsweise am Ortsteil Haßlach, das von der Telekom bereits mit schnellem Internet versorgt werde. Hier sind seit einiger Zeit für die Haßlacher Haushalte dank VDSL Surfgeschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s möglich. Das leistungsfähigere Internet werde trotz gewisser Mehrkosten sehr gut angenommen - nämlich von rund 80 Anschlüssen, womit sie im Vorfeld nicht unbedingt gerechnet habe. In diesem Zusammenhang teilte Rudloff mit, dass die Anschlüsse in Haßlach innerhalb der nächsten  Monate von der Telekom auf die Vectoring Technik erweitert würden. Diese Technik ermöglicht dann Surfgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s.         

Die Bürgermeisterin dankte der Telekom wie auch dem zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung für das offene Miteinander und die gute Zusammenarbeit. Dass von 522 Haushalten nunmehr 180 Gebäude einen Glasfaseranschluss direkt ins Haus bekämen, was bei den ersten Vergaben so nicht möglich gewesen wäre, sei einfach eine „Super-Sache“. Dem konnten sich Rudloff und Weinlein nur anschließen. Glasfaser bis ins Haus sei die höchste Ausbaustufe.

Dafür wird Bandbreite benötigt
Für das einfache Surfen, das Lesen von E-Mails und selbst für das Herunterladen von einzelnen Musiktiteln reichen DSL-Geschwindigkeiten. Mit VDSL ist mehr möglich: Telefonieren, Surfen und Fernsehen ist über diesen Anschluss gleichzeitig möglich. Die hohe Datenrate von VDSL verkürzt die Ladezeiten von Websiten und Dokumenten erheblich und Streaming-Angebote von Musikanbietern und Videoportalen laufen ruckelfrei.