Egal, ob Sie sich einem unserer zertifizierten Kräuterführer anschließen, sich von unserem Teuschnitzer „Kräuterfraala“ in die mystische Pflanzenwelt entführen lassen - oder einfach auf eigene Faust die Natur erkunden wollen: In der Teuschnitz Aue können Sie die ganze Fülle unserer Tier- sowie Pflanzen- und Heilkräuterwelt entdecken. Und das zu jeder Jahreszeit, ob barfuß im Sommer, oder dick eingemummelt im Winter. Sie werden eine Menge entdecken. Und Sie werden verstehen, warum wir unsere Teuschnitz Aue so lieben und wie einen Schatz hüten.

Die Teuschnitz-Aue im nördlichen Bereich des Naturparks Frankenwald ist Teil des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramms. Das Gebiet gehört zu dem vor rund 300 Millionen Jahren entstandenen „Alten Gebirge“. Die Hochflächen liegen 605 bis 650 Meter über dem Meeresspiegel. Auf engstem Raum bietet dieser unberührt wirkende Flecken Erde ein Rückzugsgebiet für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Hier findet man selten gewordene Vögel wie Bekassine, Wiesenpieper, Neuntöter, Braunkehlchen und Sperlingskauz, Falter wie den Dukatenfalter und den Trauermantel oder auch die gut getarnte Zwitscherschrecke, eine der größten in Mitteleuropa vorkommenden Heuschrecken.

Blumen wie Margariten, Kartäusernelken oder Lichtnelken wachsen am Wegesrand und man findet selten gewordene Kräuter und Heilpflanzen wie Arnika, Mädesüß, Bärwurz, Blutwurz, Huflattich, Wollgras, Heidelbeere, Spitzwegerich, Acker- und Sumpfschachtelhalm, Sauerampfer, Leinkraut, Johanniskraut, Weidenröschen, Distel, Beifuß und Teufelskralle.  

Insbesondere die als gefährdet eingestufte Arnika gedeiht auf den sauren, kalkarmen Magerwiesen der Teuschnitz-Aue. Während Versuche, die Arnika in anderen Teilen des Frankenwalds anzubauen, fehlgeschlagen sind, ist hier ein kontrollierter Anbau gelungen.

Der Arnika zu Ehren feiern die Teuschnitzer jedes Jahr ihr Arnikafest.        

Beitrag von Sabine Raithel „Das pralle Leben“, erschienen im Franken Magazin

 

 


Artenreiche Mischwälder mit Buchen, Tannen und Bergahorn beherrschten um 1500 den Frankenwald. Seit dem späten Mittelalter werden sie aus wirtschaftlichen Gründen zu Fichtenforsten umgewandelt. Auch landwirtschaftliche Flächen sind betroffen. Wertvolle Biotope gehen damit verloren. Fichtenaufforstungen sind anfällig gegenüber Schädlingsbefall und Windwurf.

Umwandlung von ausgewählten Fichtenforsten in Bergwiesen und Brachflächen führen zur naturnahen Kulturlandschaft zurück und verbessern die Lebensbedingungen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.


Die wenig genutzten Randbereiche entlang der Wege leiten zu Wiesen und Äckern über. Die Raine bilden ein Netz in der Landschaft und verknüpfen wertvolle Wiesenlebensräume miteinander. Hier wachsen Pflanzenarten trockener Standorte wie die Bärwurz. Die Wegraine werden nicht verändert und so vor intensiver Nutzung bewahrt.


Die wenig genutzten Randbereiche entlang der Wege leiten zu Wiesen und Äckern über. Die Raine bilden ein Netz in der Landschaft und verknüpfen wertvolle Wiesenlebensräume miteinander. Hier wachsen Pflanzenarten trockener Standorte wie die Bärwurz. Die Wegraine werden nicht verändert und so vor intensiver Nutzung bewahrt.


Nicht mehr genutzte Feuchtwiesen entwickeln sich zu Hochstaudenfluren. So entstehen wertvolle Brutgebiete für Wiesenbrüter wie Bekassine und Braunkehlchen.

Eine charakteristische und häufig anzutreffende Pflanze ist das Mädesüß.
Durch die Aufgabe der Nutzung wird die Hochstaudenflur in ihrer natürlichen Entwicklung geschützt.


Im Quellgebiet der Teuschnitz wurden Teiche zur Fischhaltung und Flachsverarbeitung angelegt. Von ihrem Nahrungsangebot profitieren Libellen, Graureiher und Schwarzstorch.

Im Bereich der natürlichen Verlandung können seltene Pflanzen wie der Fieberklee existieren. Die Teuschnitz darf sich selbst ihren gewundenen Weg suchen. Zur Sicherung naturnaher Teiche bekommen die Eigentümer eine Entschädigung.
Verlandete Flachsteiche werden wieder angestaut.


Die Extensivierung der Nutzung von Flächen führt zur Sicherung gefährdeter Tiere und Pflanzen. Das Mosaik von bunten Bergwiesen und natürlichen, ungenutzten Bereichen bilden die Voraussetzung für den Erhalt frankenwaldtypischer Lebensräume. Landwirte erhalten einen Ausgleich für die Pflege. Neue Wege der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte werden eingeführt.

Die frankenwaldtypische Landschaft mit ihren wertvollen Biotopen wird erhalten. Erfolge des 1989 begonnenen Pilotprojekts „Teuschnitz-Aue“, ein Modell des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramms: Vorbild für die Landschaftspflege in der Region. Bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben sich in ihrem Bestand stabilisiert und zum Teil vermehrt.

Gründe: Die Ansprüche charakteristischer Pflanzen- und Tierarten an ihre Lebensräume in der Teuschnitz-Aue. Die Pflanzen und Tiere benötigen eine naturnah bewirtschaftete Landschaft. Durch gezielte Landschaftspflege werden ihre Lebensräume erhalten.