Wirtshäuser und Gaststätten sind lebendiges Symbol unserer oberfränkischen Lebensart. Sie sind aber noch viel mehr. Sie sind Treffpunkt für alle Menschen - vom einfachen Arbeiter bis zum Professor, für Jung und Alt. Sie sind Umschlagplatz für Neuigkeiten, Ausdruck des sozialen Miteinanders und auch des Zusammenhalts. Hier unterscheidet sich einmal mehr die Qualität des Lebens auf dem Land von dem in einer anonymen Großstadt. Man trifft sich, man hat Teil am Leben des anderen, man erlebt gemeinsam schöne Stunden. Verbindet nicht fast jeder von uns emotionale Momente und Erinnerungen im Leben mit einem speziellen Gasthaus? Darüber hinaus gehört Gastlichkeit auch zur Visitenkarte einer Stadt, mit der man zeigt: Hier sind Gäste und Besucher herzlich willkommen. Ich bin überzeugt: Ein Gasthaus gibt einem Ort Herz und Seele. Es ist ein Stück Heimat.

Gründung einer Bürgergemeinschaft.
Aus diesem Gedanken heraus ist die Idee entstanden, dass sich jede Bürgerin und jeder Bürger von Teuschnitz an „seiner“ Gaststätte beteiligen kann. Dafür wollen wir eine Bürgergemeinschaft gründen. Durch das Zeichnen von einem oder mehreren Anteilsscheinen kann jeder von uns - nach dem genossenschaftlichen Prinzip - ein Stück vom „Schwarzen Kreuz“ erwerben und damit Mitglied der „Bürgergemeinschaft Schwarzes Kreuz“ werden.

Genossenschaften haben Tradition. Sie stehen für Gemeinschaft und Zuverlässigkeit. Genossenschaftlich geführte Gasthäuser liegen somit aus gutem Grund voll im Trend. Immer mehr Kommunen in Bayern zählen auf dieses Erfolgsmodell.

Für mich ist die Gründung der Bürgergemeinschaft ein historisch bedeutsamer Augenblick in der Geschichte unserer Stadt. Wir sagen damit nicht nur gemeinsam „Ja“ zu einem neuen Zentrum, sondern auch „Ja“ zu Teuschnitz. Deshalb sollen auch die Namen der ersten Gründungsmitglieder auf einem Schild am „Schwarzen Kreuz“ verewigt werden.

Anteile zeichnen und mitentscheiden.
Die finanzielle Einlage der Mitglieder der Bürgergemeinschaft wird zu einhundert Prozent für die Ausstattung des Gasthauses verwendet. Mehr noch: Jedes Mitglied erhält Mitspracherecht. So wird gemeinschaftlich beispielsweise über die Ausstattung oder auch bei der Wahl des künftigen Gastronomen entschieden. Ein Beirat der Bürgergemeinschaft soll künftig zu den Stadtratssitzungen eingeladen werden und dort sein Mitspracherecht rund um das „Schwarze Kreuz“ aktiv wahrnehmen. Und natürlich gibt es für Mitglieder der Bürgergemeinschaft das ein oder andere kulinarische Extra-Schmankerl. Aber auch darüber sollten wir gemeinsam entscheiden.

Miteinander können wir Teuschnitzer dafür sorgen, dass unsere neue Gaststätte mit Leben gefüllt und ein echter Erfolgsfaktor in unserer Stadt wird.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir haben Fördermittel zusammengetragen, die es uns ermöglichen, das „Schwarze Kreuz“ von Grund auf zu sanieren. Wir werden dabei von erfahrenen Fachleuten, namhaften Planern und Architekten unterstützt. Sie alle können tagtäglich die Baufortschritte beobachten.

Stadt Teuschnitz, das sind wir alle. Die Gestaltung unserer Stadt obliegt nicht einigen wenigen in der Verwaltung - sondern uns allen. Gemeinsam können wir stolz darauf sein, wie sich unsere schöne Stadt in den letzten Jahren entwickelt hat.

Unsere Stadt hat rundum sehr viel zu bieten und ist mit seiner Natur, der Arnika Akademie und dem mit viel Liebe und Engagement sanierten Innenstadtbereich eine wirkliche Perle des Frankenwalds geworden.

Ein Ort, an dem man gepflegt zu Mittag und zu Abend essen kann, wo man auch mal nachmittags ein schönes Stück Kuchen essen oder zum Abschluss des Tages mit Freunden und Familie ein Bier oder einen Schoppen trinkt, wo Gäste unserer Arnika Akademie übernachten und unsere Vereine sich versammeln können, rundet das Angebot in unserer Stadt ab.

Teuschnitz ist unsere Heimat. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass unser „Schwarzes Kreuz“ ein echtes Heimatwirtshaus wird.

Ihre Gabriele Weber
Bürgermeisterin Stadt Teuschnitz