Der Teuschnitzer Stadtrat befasste sich in seiner Sitzung vom Montag mit der Dorferneuerung Haßlach. Auf einstimmigen Beschluss wird Antrag auf Einleitung des Verfahrens gestellt.

Teuschnitz stellt Antrag auf Einleitung des Verfahrens für eine Dorferneuerung in Haßlach. Von der Bevölkerung gewünscht wird insbesondere auch die Neugestaltung des Bereiches um die Buswartehalle und den neuen Dorfbrunnen.

Die Stadt Teuschnitz und die Haßlacher Bevölkerung beschäftigen sich seit Anfang dieses Jahres mit der Dorferneuerung Haßlach. Das Thema wurde in Bürgerversammlungen und Arbeitstreffen der Bürger/innen, einer Zusammenkunft örtlicher Vereine und einer zweitägigen Stadtratsklausur ebenso vorbehandelt wie beim Auftaktseminar an der Schule der Dorferneuerung in Klosterlangheim.

„Die Haßlacher Bürger wollen die Dorferneuerung“, freute sich Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) über deren aktive Mitarbeit. Am 24. Oktober fand eine Besprechung mit der Kirchenverwaltung sowie Pfarrer Hauth in Haßlach statt, nachdem eventuell auch das Umfeld der Kirche beziehungsweise die leer stehenden Gebäude des Kindergartens und Pfarrhauses in die Planungen mit einbezogen werden sollen. Ziel ist eine Stärkung des Dorfkernes. Zu der Vielfalt an Ideen zählen insbesondere der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, die Anlegung einer Freifläche für örtliche Aktivitäten der Vereine, Kirche und anderer Gruppen; die Neugestaltung des Bereiches um die Buswartehalle und den neuen Dorfbrunnen sowie die Sanierung des Dorfbaches.

„Das Vorhaben ist noch mit vielen Fragezeichen verbunden“, betonte Weber, die Sache neutral anzugehen. Man lasse bei Antragstellung auch offen, ob man eine einfache oder umfassende Dorferneuerung anstrebe. Eine Überplanung soll die vorhandenen Möglichkeiten ausloten. Im Anschluss werde abgeklärt, welche Maßnahmen von den Bürgern gewünscht werden und finanziell machbar seien. „Der Weg wird lang; aber wir sollten uns jetzt aufmachen“, appellierte sie.

Weitere Tagesordnungspunkte
Die Schulstraße verliert den Charakter als öffentliche Straße und wird eingezogen. Der Tagesordnungspunkt war in der Stadtrats-Sitzung am 14. Oktober im nichtöffentlichen Teil vorbehandelt worden. Bisher ist die Zufahrt in das Schulgebäude als Ortsstraße mit 110 m Länge gewidmet. Beim rechtlichen Status dieser Straße sei, so Weber, zu überlegen, ob sie weiterhin den Charakter einer öffentlichen Straße haben soll, die von jedermann jederzeit befahren werden kann, oder ob es sich dabei - wie vom Schulverband befürwortet - um eine private Zufahrt zum Schulgebäude handeln solle. Nach der Umwidmung bleibt die Nutzung der Straße beziehungsweise der Parkplätze für den Schulbetrieb ebenso weiterhin möglich wie für die Physiotherapiepraxis Bayer, für Besucher und Nutzer des Schwimmbades und der Turnhalle sowie für Veranstaltungen in der Schule und Turnhalle. Die Einziehung wurde gegen die Stimmen der Frauenliste, SPD sowie Michael Hebentanz (FW), die keine Notwendigkeit einer Änderung sahen, mit 7 zu 6 Stimmen beschlossen.

Grünes Licht gab es auch für den Antrag der Firma SGW Kleintettau auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die Erweiterung des Gewerbegebiets zwischen Reichenbacher Straße, Weidenstraße und der bestehenden Betriebszufahrt der Firma SGW. Der Auftrag geht an das Ingenieurbüro IVS aus Kronach. Für das Gewerbegebiet nördlich der Brunnenstraße besteht bislang außer dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Supermarkt noch kein Bebauungsplan. Die Kosten trägt die Firma SGW. Auf einstimmigen Beschluss wird die Bürgermeisterin zur Gemeindewahlleiterin für die Kommunalwahl 2020 berufen und die Verwaltungsangestellte, Anna Knauer, als Stellvertreterin.

Informationen:
Weber freute sich über die Ehrung von Heinz Heinlein mit der Landkreis-Ehrennadel in Gold. Die Stadt hatte ihn aufgrund seiner großen Verdienste als langjähriger Vorsitzender des Musikvereins Wickendorf vorgeschlagen. Dankbar zeigte sie sich gegenüber dem Bayernwerk für die Modernisierung der Erdgasverteilstation in Teuschnitz durch einen Ersatzneubau und einer damit verbundenen Investition von 800.000 Euro. Einmal mehr durfte sie auf Einladung der Regierung, dieses Mal im Bauministerium, vor 120 Zuhörern die Entwicklung der Stadt Teuschnitz vorstellen. Gut voran schreiten die Arbeiten am Schlosspark, die aufgrund der Witterung weiter fortgeführt werden können. So sollen am Mittwoch die Pflasterarbeiten für die Randeinfassung der Parkplätze starten. Erfreulich ist das große Interesse an der gegründeten Bürgergemeinschaft „Schwarzes Kreuz“, wofür bereits Anträge für 50 gezeichnete Anteile vorliegen. Eine „Superveranstaltung“ war am Samstag das Jubiläums-Konzert im Kreiskulturraum des Kreis- und des Kreisseniorenorchesters 50+, darunter auch Aktive aus den Musikvereinen aus Teuschnitz beziehungsweise der Ortsteile.

Sonstiges:
Alexander Fehn (SPD) erkundigte sich nach dem Sachstand Urnengräber für Wickendorf. Man versucht derzeit, eine Firma für den Auftrag zu bekommen. 2. Bürgermeister Stephanus Neubauer (CSU/FWG) sprach die bei einem etwaigen Einsatz vorzuhaltenden Feuerwehr-Parkplätze an. Dies stelle sich mittlerweile anders dar als zunächst angedacht. Eine Besichtigung der Polizei brachte neue Erkenntnisse. Peter Goihl (CSU/FWG) las den Zeitungs-Leserbrief von Hans Götz vor, in dem dieser die beispielhafte Entwicklung von Teuschnitz mit zukunftsträchtigen Ideen würdigt - vor allem die Gründung der Bürgergemeinschaft „Schwarzes Kreuz“, an der er sich gerne als Nicht-Teuschnitzer beteiligen möchte. Weber freute sich über das Lob und versicherte, dass jede/r Anteile zeichnen könne. Man wird ihm einen Antrag zusenden. Karin Bayer (SPD) bat um Überprüfung, ob nicht doch beim Betrieb des „Schwarzen Kreuz“ alternative Heizformen zum Einsatz kommen könnten. Die Bürgermeisterin versicherte, dass der Architekt alle Möglichkeiten auslote. Erneut Goihl sprach sich für die Berücksichtigung einer Ladestation beim Stadtumbau aus, um keine eventuelle Förderung verstreichen zu lassen. Man hat, so Weber, bereits Kontakt mit dem Bayernwerk aufgenommen, nachdem 2020 wohl ein neues Förderprogramm aufgelegt werde. Michael Hebentanz (FW) ging auf die Problematik der durch Wickendorf hindurchführenden Hauptgasleitung ein und fragte, warum der Ort damals nicht angeschlossen worden sei. Laut dem Gremium konnte damals aufgrund mangelnden Interesses der Bevölkerung die erforderliche Teilnehmer-Anzahl nicht erreicht werden. Im Rahmen der Dorferneuerung Haßlach will man diesbezüglich dort vorhandenes Interesse abfragen. Es handelt sich um eine kostspielige Sache; müsse man doch - so Weber - für das Legen einer Leitung in den Ort mit Kosten zwischen 1 Mio. und 1,2 Mio. Euro rechnen.