Der Stadtrat Teuschnitz war im Mai bei einer Klausurtagung. Die dabei behandelten Themen standen im Mittelpunkt der Stadtrat-Sitzung vom Montagabend.

Der Teuschnitzer Kreisel soll als Ortseingang aufgewertet werden.

Am 3. und 4. Mai fand in Obertrubach die von der Firma Cima moderierte dritte Klausurtagung des Stadtrates Teuschnitz statt. In Arbeitsgruppen wurden aktuelle Themen behandelt und eine Prioritätenliste aufgestellt. Bei der Stadtrat-Sitzung stellte Stadtumbaumanagerin Bettina Seliger die rund 20 intensiv behandelten Themen vor. Schwerpunktmäßig setzte man sich insbesondere mit der Neugestaltung des Teuschnitzer Kreisels sowie den kleinen Dorferneuerungen in den Ortsteilen auseinander. Ein wichtiges Thema war auch die Grünpflege in Teuschnitz.

Der Kreisel stelle, so die Stadtumbaumanagerin, keinen identitätsstiftenden Empfang für Besucher wie Einwohner der Stadt dar. Man wünsche sich eine Gestaltung, die das Arnika-Thema augenfällig transportiere - mit einem gewissen Wow-Effekt. Gestaltungselemente könnten Tore oder Türme in Anlehnung an das Stadtwappen sein, die Darstellung von Arnika oder anderer Wildblumen, ein ansprechender Schriftzug Arnikastadt, eine Beleuchtung und eine schöne Bepflanzung. „Die Sicht auf die Stadt vom Umkreis aus muss verbessert werden“, verdeutlichte sie. Handlungsbedarf bestehe auch bezüglich kleiner Dorferneuerungen in den Ortsteilen. In Haßlach beziehe sich dies vor allem auf den inneren Ortskern. Angestrebt wird eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie der Gestaltung öffentlicher Plätze. In Wickendorf konzentrierten sich etwaige Maßnahmen um den Dorfplatz. Themen sind vor allem die Bereiche alte Schule, „Haase“-Haus, Milchhäusla und Hochwasserschutz. Ein Zukunftsthema auf längerer Sicht sei auch die Entwicklung Rappoltengrüns.

„Teuschnitz hat schon viele Grünflächen und es kommen immer mehr dazu. Die Frage ist, wie sie alle gepflegt werden können“, warf Seliger in den Raum. Der Bauhof arbeite bereits an der Kapazitätsgrenze. Ehrenamtlich sei die Pflege ebenfalls nicht zu schaffen, da jährlich zwei bis drei Pflegegänge nötig seien und für einen Pflegegang zwei Personen etwa zwei Tage benötigten. Eventuell müsse man eine Firma beauftragen. Das Thema soll im Frühjahr/Sommer 2020 angegangen werden. Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) würdigte ebenfalls die sehr gut verlaufene Klausur und dankte allen Teilnehmern. Erfreulicherweise konnten alle Punkte der letzten Klausurtagung 2018 abgearbeitet werden oder seien am Laufen. Der Schwerpunkt einer kleinen Dorferneuerung solle in den kommenden Jahren auf Haßlach liegen, da in Wickendorf bereits einige Projekte am Laufen seien.

In diesem Zusammenhang beschloss das Gremium auch die Projekt-Anmeldung Dorfplatz 7 in Wickendorf mit Abriss des Wohnhauses und Neugestaltung als Parkplatz für das Programm FONOB beim Amt für ländliche Entwicklung Bamberg. Das Anwesen kann günstig erworben werden. Es ist vorgesehen, das marode Wohnhaus abzureißen und einen Parkplatz für das Feuerwehrhaus sowie Besucher der Dorfgemeinschaft in der alten Schule anzulegen. An Kosten rechnet man für den Grunderwerb 11.000 €, Abriss des Wohnhauses 24.000 €, Platzgestaltung 50.000 € sowie sonstiges 10.000 €, gesamt 95.000 €. Auf die Maßnahme wird ein Höchstzuschuss von 90 % gewährt. Mit der Planung wird das Architekturbüro Oliver See, Wickendorf beauftragt.

Weitere Tagesordnungspunkte
Im Zuge Stadtumbau Mitte wurde die Errichtung einer E-Ladestation auf dem neuen Parkplatz an der Kirchstraße überlegt. Die Kosten für eine Ladestation mit zwei Ladepunkten mit je maximal 22 KW belaufen sich auf 15.000 €, zuzüglich Stromanschlusskosten 5.000 €. Die Maßnahme kann mit maximal 5.000 € gefördert werden. Laufende Kosten für einen Betriebsservicevertrag betragen 69 €/Monat. Dieser beinhaltet die Abrechnung der Ladekosten mit dem jeweiligen Ladestrombezieher durch das Bayernwerk. „Die Frage ist, ob das für uns zielführend ist und wie das angenommen würde?“, stellte die Bürgermeisterin in den Raum. Laut Auskunft der Nachbarkommunen werde diese nur sehr selten genutzt. Man kam überein, bei den Baumaßnahmen entsprechende Vorkehrungen - sprich das Einbringen eines Leerrohres - zu treffen. Der Punkt wird zurückgestellt und bei Bedarf wieder behandelt - auch in der Hoffnung auf eventuelle neue Förderprogramme.

Der Stadtrat beschloss die Erstellung eines integralen Konzepts zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement für den namenlosen Graben zur Teuschnitz und das aus dem Gelände wild abfließende Wasser im Bereich Steinweg in Wickendorf. Bezüglich der Hochwasserproblematik läuft das Verfahren zur Beauftragung eines Ingenieurbüros seit drei Jahren. Da sich das Förderprogamm gegenüber dem Beschluss der Sitzung vom Juli 2017 auf ein integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept geändert hat, war ein neuer Beschluss erforderlich. Beim Wasserwirtschaftsamt muss ein neuer Zuwendungsantrag und ein formloser Antrag auf Aufnahme in das Sonderförderprogramm gestellt werden. Beantragt wird zunächst ein Pauschalbetrag von 30.000 €. Die Verwaltung wird beauftragt, bei Ingenieurbüros Angebote über ein integrales Konzept einzuholen.

Für die Umwidmung der Wiesenstraße als Spielstraße fand eine Ortsbesichtigung mit der Polizei statt, die das Vorhaben befürwortet. Einbezogen wird der Bereich Wiesenstraße (ab Grundstück Sesselmann) bis Eingang Stadtgraben. Nach Haßlach und Teuschnitz in der Mai-Sitzung stellten Uwe Thoma und Manuel Hirsch nun das überarbeitete Straßenbestandsverzeichnis für Teuschnitz und Rappoltengrün vor. Die Überarbeitung erfolgt aufgrund Umstellung auf ein elektronisches Verzeichnis und wird aktualisiert. Für die Bevölkerung hat dies keine Auswirkungen auf Adressen.

Informationen/Sonstiges:
Kopfzerbrechen bereitet, so die Bürgermeisterin, der Straßenbau der KC 17 in Wickendorf. Auf Wunsch der Regierung sollte die Kuppe um zwei Meter abgesenkt werden. Im Zuge der Maßnahme stieß man auf eine sich darin befindliche Gas-Hauptleitung, wobei es sich um ein damaliges Landkreisprojekt handelte. Eine Verlegung würde der Stadt 200.000 € kosten; Zuschüsse gibt es keine. Nachdem dies nicht leistbar sei, erfolgt eine neue Beplanung, die erneut von der Regierung abzusegnen ist. Ein voller Erfolg mit vielen Besuchern war das Arnikafest am Sonntag. Der Zuspruch zeige, dass der eingeschlagene Weg richtig gewesen sei. In der vergangenen Woche war ein Reporter von Radio Bremen für eine Reportage in Teuschnitz. Der Beitrag wird in Hamburg, Bremen und Berlin ausgestrahlt. Ein herzlicher Glückwünsch ging an das Teuschnitzer Männerballett, das bei der deutschen Meisterschaft den Vizetitel erreichte. Geschäftsstellenleiter Thomas Weber gab die Beschlüsse der letzten nichtöffentlichen Sitzung bekannt: Stadtumbau-Auftragsvergaben an die Firma RESO Garten- und Landschaftsbau über rund 1,5 Millionen € sowie an das Bayernwerk mit 97.000 €. Karin Bayer (SPD) beanstandete tiefhängende Äste beim Friedhof, Nähe Feuerwehrhaus. Diese sollen ausgeschnitten werden.