Ein belebter Stadtkern mit Wasserspiel, schattige Plätzen, ein lauschiger Biergarten, schön angelegte Fußwege, die die zentralen Anlaufstellen wie Rathaus, Bücherei, Kindergarten und Spielplatz miteinander verbinden – so in etwa sieht das Idealbild eines lebenswerten Ortskerns aus. In Teuschnitz ist man dieser Vision nun einen bedeutenden Schritt näher gekommen. Die Bagger haben Einzug gehalten, um mit den Bauarbeiten für die Umgestaltung des Stadtgrabens, des Spielplatzes sowie des Festplatzes zu beginnen.

Hier entsteht ein Spielplatz für alle Generationen.

Beim Stadtumbau in Teuschnitz ziehen alle an einem Strang. (v.l. Felix Schiefelbein, Georg Eidelloth, Bettina Seliger, Gabi Weber, Oliver Plewa, Marcus Hamberger und Reinhard Solle)

Während der Baumaßnahmen in diesem Jahr ist die Geduld der Teuschnitzer gefordert. Aber wenn man weiß, wohin der Weg geht, nimmt man Unannehmlichkeiten in Kauf und schließlich waren die Bürger in die Planungsprozesse von Anfang an einbezogen. Die Stadt Teuschnitz wird bei der Umsetzung der städtebaulichen Entwicklungsziele durch ein Netzwerkmanagement und ein Stadtumbaumanagement unterstützt. „Diese beiden Stellen sind bei uns ganz stark miteinander verzahnt“, erläutert Bürgermeisterin Gabi Weber, „dahinter steckt eine Strategie, wie wir Teuschnitz fit für die Zukunft machen.“ Die war vor Jahren bitter nötig, als sich der größte Arbeitgeber aus der Stadt verabschiedet hatte. Anstatt zu jammern packten die Teuschnitzer an, verfielen aber nicht in blinden Aktionismus, sondern besannen sich auf zwei ihrer wesentlichen Stärken: die Artenvielfalt in der Teuschnitz Aue, was im Namenszusatz „Arnikastadt“ auf einen Nenner gebracht wird und die seit über 600 Jahren gewachsene städtische Struktur. „Marktplatz, Schlossgarten und Kirche bilden bereits eine Einheit. Mit den jetzt begonnenen Maßnahmen binden wir nun die Arnika-Akademie und den Kräutergarten an die Innenstadt an “, freut sich die Bürgermeisterin.

Die Pläne für die Neugestaltung stammen vom Landschaftsarchitekturbüro „freiraumpioniere“ aus Weimar, das als Sieger des Architekten-Wettbewerbs hervor ging, den die Stadt 2015 ausgelobt hatte. Chefplaner Marcus Hamberger überwacht nun die Bauarbeiten. „Wir gestalten die Stadt möglichst barrierefrei, modern und machen neue Angebote für Bürger und Besucher“. Zentraler Anlaufpunkt für Gäste soll künftig der Festplatz sein, der auch als Parkplatz dient. Er liegt genau zwischen der Altstadt und der Arnika-Akademie. Von dort gelangt man zu Fuß über den Spielplatz und den Schlossgarten direkt in die Altstadt. Über die Kulturwiese und den Kräuterlehr- und Schaugarten erreicht man die Arnika-Akademie. Hier wird übrigens am 6. Mai der Laden „Naturmanufaktur“ eröffnet.

Einen hohen Erlebniswert bietet bald auch der neue Spielplatz. Das alte Klettergerüst ist schon abgebaut. Demnächst wird das abschüssige Gelände aufgeschüttet und ein neuer Kletterturm errichtet. „Der bietet tolle Ausblicke in den Frankenwald“, verspricht Stadtumbaumanagerin Bettina Seliger. Kinder können sich an einer Kletter- und Boulderwand austoben, oder auf einer Doppelseilbahn durch die Luft jagen. Die Teuschnitzer Jugend hat sich ausdrücklich den Erhalt des Wäldchens gewünscht. Zwischen den Bäumen können sich die Kids bald auf Balanciergeräten in Geschicklichkeit üben. Auch an die ältere Generation ist gedacht: entlang des Weges werden sogenannte Mehrgenerationen-Spielgeräte aufgestellt. Der Uferbereich des Pflanzenbeetsteichs wird abgeflacht und bekommt einen kleinen Strand, so dass man die Füße im Wasser abkühlen kann. „Wir haben alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt“, kommt Chefplaner Hamberger Befürchtungen zuvor. Abkühlung und Erfrischung für den Kreislauf gibt es zukünftig außerdem in einer Kneipp-Anlage am südlichen Ufer des Teichs. Damit schließt sich abermals der Kreis zu den Angeboten der Arnika-Akademie, die auch Kneipp-Kurse beinhalten.