Der Stadtrat Teuschnitz beschloss in seiner Sitzung vom Montagabend die Umwandlung des Landschaftsschutzgebiets Teuschnitz-Aue in ein Naturschutzgebiet. Die Aufstufung dient der langfristigen Sicherung des Naturparadieses und belegt dessen hohe Bedeutung.

Das Bild (Stadt Teuschnitz) ist hinsichtlich der Baumaßnahmen (Kräutergarten) nicht mehr aktuell, zeigt aber gut die natürliche Umgebung von Teuschnitz.

Das seit 1986 bestehende Landschaftsschutzgebiet hat bayernweite Bedeutung für Flora und Fauna und entfaltet auch für die Stadtentwicklung höchste Bedeutung. Teuschnitz trägt damit in besonderer Weise zum Landschafts- und Naturschutz, zur Artenvielfalt und Biodiversität bei. Hier wächst auch die Arnika, die Teuschnitz den Zusatznamen „Arnikastadt“ gegeben hat. Natürlich begrenzt wird das Gebiet vom Weg in die Bastelsmühle, dem Naturweg, Stadtgrabenweg, Hohen Weg und dem Panoramaweg bis zum Kreuzweg. Das Landschaftsschutzgebiet befindet sich zu 75 % im Eigentum der Stadt und des Landkreises Kronach.

Für eine erhöhte Unterschutzstellung sprechen - so Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) - die Verzahnung von Teuschnitz mit der Arnika-Stadt zum Leitbild Natur und Gesundheit, der Erhalt einer landschaftlichen Hauptattraktion in unmittelbarer Stadtnähe sowie die Bewahrung und Schutz der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit. Die landesweite Bedeutung soll offiziell anerkannt; Bestand und Unterhalt der Teuschnitz-Aue langfristig gesichert werden.

„Belange der Stadt Teuschnitz werden auch bei einem Naturschutzgebiet berücksichtigt, da die bestehende Infrastruktur mit Wegen und dem Tiefbrunnen im Teuschnitz-Tal Bestandsschutz genießt. Auch für private Grundstückseigentümer gibt es die gleichen Einschränkungen wie bisher; land- und forstwirtschaftliche Grundstücke dürfen wie bisher genutzt werden“, informierte sie. Auch das naturschutzrechtliche Verschlechterungsverbot bleibe. Durch eine Zonierung des Gebietes könnten landwirtschaftliche Grundstücke von den strengeren Regulierungen der Kernzone ausgenommen werden.

„Die Teuschnitz-Aue ist landesweit bedeutsam“, würdigte Dr. Manfred Scheidler, Regierungsdirektor Naturschutz bei der Regierung von Oberfranken. Etwas ganz Besonderes seien die drastisch zurückgegangenen Wiesenbrüter, von denen es hier noch zwölf Flugpaare gebe. Mit der Ausweisung wolle man dieses für die Pflanzen- und Tierwelt sehr schützenswerte Gebiet in jetziger Form erhalten. Durch die Ausweisung könne man Sachen regeln, die bisher nur über die Freiwilligkeit gelaufen seien. „Die Stadt hat zudem bessere Möglichkeiten, sich nach außen zu vermarkten“, verwies er auf den erhöhten „Werbeeffekt“.

Auch namens der ebenfalls anwesenden Petra Brehm von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Kronach stellte er den Lageplan des von ihm vorgeschlagenen Schutzgebiets vor. Der Plan könne im Laufe des Verfahrens verkleinert, jedoch nicht vergrößert werden. Wegerechte und die bislang schon öffentlich gewidmeten Wege bleiben bestehen. Als nächste Schritte wird er das Ministerium informieren, einen Entwurf der Verordnung für die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange anfertigen und diese anschließend verarbeiten. Für den gesamten Vorgang müsse man mit einer Zeitdauer von drei Monaten rechnen.

Michael Hebentanz (FW) fragte, ob die Privateigentümer bereits informiert seien. Dies bejahte die Bürgermeisterin. Circa fünf von ihnen seien verkaufsbereit oder möchten die Grundstücke tauschen. Andere wiederum wollten nicht verkaufen; hätten aber kein Problem mit der Ausweisung. „Bisher hat noch keiner nein gesagt“, so Geschäftsstellenleiter Thomas Weber. Hebentanz empfand den Plan insgesamt als zu groß. Teile davon, für die nun weitere Einschränkungen drohten, seien landwirtschaftlich gut nutzbar. Der Beschluss erfolgte bei seiner Gegenstimme.

Naturschutzgebiete sind Gebiete, in denen Natur und Landschaft eines besonderen Schutzes bedürfen, weil sie schutzbedürftigen Arten oder Lebensgemeinschaften einen Lebensraum bieten, weil sie für Wissenschaft, Natur- und Heimatkunde von Bedeutung sind oder sich durch Seltenheit, besondere Eigenart oder Vielfalt oder hervorragende Schönheit auszeichnen.

Vereinsgemeinschaft Teuschnitz gründet sich

Stattgegeben wurde dem Antrag von Frank Jakob in Abstimmung mit sieben Teuschnitzer Vereinen auf Ersatzbeschaffung einer Bar für Veranstaltungen der Vereine und Organisationen aus Mitteln der Altstadtfestrücklage. Die Kosten für eine Bar mit Stecksystem aus Traversen betragen 8.000 Euro. Zusätzlich wird die Anschaffung eines Pkw-Anhängers mit Kosten von 1.500 Euro befürwortet, um die Bar mobil unterzubringen. Bei einem Treffen mit Vereinsvertretern am 13. Januar hatte die Bürgermeisterin vorgeschlagen, dass derartige Anschaffungen nicht mehr über die Stadt, sondern künftig über eine Vereinsgemeinschaft erfolgen sollen. Am 31. März wird eine solche Gemeinschaft aus Vereinen der Kernstadt Teuschnitz gegründet. Diese soll künftig die Organisation größerer und gemeinsamer Feste - wie Altstadtfest/Weihnachtsmarkt - übernehmen. Nach Gründung werden alle beweglichen Vermögensgegenstände aus den Erlösen der Altstadtfeste und der Restbetrag der Rücklage an diese übergeben. Die beantragte Anschaffung der Bar aus Mitteln der Altstadtfestrücklage wurde treuhänderisch dem TSV übertragen. Die Rücklage beträgt rund 28.000 Euro.

Ergebnis Markterkundung Mobilfunkförderung

Das Breitbandzentrum der Regierung teilte mit, dass Pläne der Mobilfunkanbieter für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau vorliegen; die Mobilfunklücken jedoch nicht komplett geschlossen werden. Die Deutsche Telekom informierte, einen eigenwirtschaftlichen Funkmastbau zu planen, der nach Standorterkundung innerhalb der kommenden drei Jahre in Betrieb genommen werde. Abgedeckt wären damit alle Bereiche bis auf das Teuschnitz- und Kremnitztal. Bereits in seiner Sitzung am 20. Mai 2019 hatte der Stadtrat jedoch beschlossen, dass hier ein Ausbau des Mobilfunknetzes eh nicht erforderlich ist.

Neue Firmenhalle in der Reichenbacher Straße

Die Firma SGW Kleintettau plant die Errichtung einer Firmenhalle in der Reichensbacher Straße, wozu vom Ingenieurbüro IVS ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt wurde. Die vorgezogene Beteiligung von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange erfolgte in der Zeit vom 2. Dezember bis 3. Januar. Das dabei vom Landratsamt Kronach, Referat Immissionsschutzrecht im Hinblick auf Lärmentwicklungen geforderte schalltechnische Gutachten wird in Auftrag gegeben. Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf verwies auf den abwehrenden Brandschutz. Die vorzuhaltende Wassermenge wird von der Stadt bereitgestellt. Die Bevorratung ist jedoch Angelegenheit des Bauherrn, der entsprechende Entnahmestellen auf eigene Kosten herzustellen hat. Die Stadt selbst hegt Bedenken wegen der Gebäudehöhen nach Südwesten zur Weidenstraße hin. Mit Investor und Planer wurde vereinbart, die zulässige Gebäudeoberkannte für das gesamte Gebiet von 10 m auf 8,5 m zu reduzieren, zusätzlich eine maximal zulässige Wandhöhe von 7 m festzusetzen, zur Weidenstraße hin ein abgewalmtes Dach auszuführen sowie einen Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern in einer Breite von 5 m anzulegen. Die Hinweise werden in die Pläne eingearbeitet. Sie werden öffentlich ausgelegt; die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange erneut beteiligt.

Grünes Licht gab es für den Antrag auf Neubau einer Unterstellhalle für Fahrzeuge auf dem Anwesen Am Berg 8, Haßlach und die Voranfrage für Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Lagerhalle im Außenbereich, unmittelbar an der vorhandenen Bebauung an der Straße Bergbrunn in Haßlach; beides von Christian Fehn, Haßlach.

Infos/Sonstiges:

In letzter nichtöffentlicher Sitzung erfolgten Auftragsvergaben für die Straßenbeleuchtung in der Garten- und Weidenstraße an das Bayernwerk zum Angebot von rund 21.500 Euro sowie für das Besucherleitsystem an die Freiraumpioniere Weimar zum Angebot von rund 10.000 Euro. Bei den Baumaßnahmen in der Stadtmitte ergeben sich Probleme mit dem Untergrund vor dem Rathaus. Die Entscheidung, ob die Tragfähigkeit ausreicht oder ein Austausch erforderlich ist, fällt am Wochenende. Die Pflasterarbeiten verzögern sich um ein bis zwei Wochen. Die Bürgermeisterin berichtete vom am Sonntag stattgefundenen Festgottesdienst zur Gründung des neuen Seelsorgebereichs mit Sitz im Pfarrhaus Teuschnitz. Alexander Fehn (SPD) erkundigte sich nach dem Sachstand Urnenfriedhof in Wickendorf. Die Maßnahmen werden vom Bauhof durchgeführt. Michael Hebentanz (FW) monierte den verschlammten Wickendorfer Teich, der gereinigt werden müsse. Laut Weber obliege dies den Pächtern.

2. Bürgermeister Stephanus Neubauer (CSU/FWG) prangerte an, dass Hebentanz hinsichtlich des Wickendorfer Kindergartens falsche Kinder-Zahlen verbreite. Er habe zahlreiche Anrufe besorgter Wickendorfer Eltern erhalten. „Für einen politischen Wahlkampf wird hier auf den Rücken der Kinder Angst bei Eltern und Personal geschürt“, erboste er sich. Die Bürgermeisterin bestätigte, dass es zwischen 2013 bis 2019 insgesamt 127 Geburten gegeben habe. Der Bedarf an Kiga-Plätzen bestehe jedoch laut Bedarfsermittlung nur für 85 Kinder, da fast kein Kind unter einem Jahr eine Kita besuche. Auswärtige Kinder zählten bei der Berechnung nicht. An diesen Zahlen gebe es nichts zu rütteln. In Teuschnitz und Wickendorf wurden 100 Betreuungsplätze in drei Regelkinder-Gruppen und einer Krippen-Gruppe anerkannt. Wenn der Wickendorfer Kiga anbauen möchte, müsse er dies auf eigene Kosten tun, da es hierfür keine Förderung gebe.

Am 3. und 4. April findet eine Klausurtagung des Stadtrats mit den neugewählten Gremiumsmitgliedern statt. Zwecks Erhalts von Stabilisierungshilfe muss noch vor der Kommunalwahl der Haushalt verabschiedet werden. Kämmerin Sabine Suffa erstellt derzeit den neuen Haushaltsplan, inklusive Fertigstellung der Jahresrechnungen 2018 und 2019. Auch die Rechnungsprüfung erfolgt noch. Hebentanz (FW) hatte eingangs Antrag auf Erweiterung der Tagesordnung um den Punkt Radweg Teuschnitz-Wickendorf gestellt. Da dies derzeit in Bearbeitung ist, wird der Punkt in der nächsten Stadtrat-Sitzung behandelt.