Der Einladung zur Frühjahrskreisversammlung der Bayerischen Imkervereinigung Frankenwald waren zahlreiche Imkerinnen und Imker nachgekommen. Kritisch nahm man die finanzielle Förderung des Naturschutzprojekts „Beweidungskomplex Kreuzberg“ durch den Freistaat Bayern unter die Lupe, denn die Fördersumme betrage, was den Imkern in Bayern an Förderung insgesamt zufließe. Interessiert verfolgte man das Referat von Barbara Bartsch, Fachberaterin für Bienenzucht zum Thema „Völkerführung im Jahreslauf“.

Barbara Bartsch bei der BIV-Völkerführung im Jahreslauf

Stefan Feulner erklärt die Funktionsweise eines Verdunsters

Chronologisch berichtete der Vorsitzende Hans Jorda über den abgelaufenen Zeitraum. So informierte er über Imkergespräch mit Staatsminister Brunner (siehe unten), die erweiterte Vorstandssitzung der Bayerischen Imkervereinigung in Nürnberg. Themen dieser Sitzung waren das Grenzlandtreffen in Imst (Tirol), die Bienenvölkermeldung in der EU, die Schulung der Imker in Österreich, das Verhältnis von Obstbau und Imkerei, die Varroabekämpfung in Österreich, die Schädlinge Vespa Velutina und kleiner Beutenkäfer und das Thema der Sentinelimker in Bayern.

Wenig später folgte der mittelfränkischen Imkertag. Hier standen die Erhebung über Varroamittel, das Verbändetreffen in Ingolstadt und die Fördermittelgespräche im StMELF im Mittelpunkt. Die Imkerausbildung liege dem Verband am Herzen. Hier soll der/die „Geprüfte/r Freizeitimker/in“ mit Ausbildungskonzept (Schulungen, Prüfung, Zertifikat, Honigzertifikat) eingeführt werden. Angestrebt wird ein Sachkundenachweis. Eine Absprache mit den anderen Verbänden ist notwendig, denn es muss ein einheitliches Konzept stehen, bevor das Ministerium Vorgaben macht. Die Fach- und Gesundheitswarte werden neu ausgerichtet, die besondere Qualifikation des Referenten fällt weg.

Eine Kreisausschusssitzung wurde in Neukenroth abgehalten. Im Landratsamt fand eine Besprechung mit Landrat Löffler wegen der Varroamittelbestellung statt. Es wurde eine Bestellung wegen Vorgabe vom Umweltministerium über das Landratsamt wie in den Vorjahren abgelehnt.

Sichtlich bewegt war der Vorsitzende beim Thema „Beweidungskomplex Kreuzberg“. Hier nahm er Bezug auf einen Vortrag zum Naturschutzprojekt „Beweidungskomplex Kreuzberg“ in der Rodachtalhalle: „Die Förderung und Unterstützung der Regionalvermarktung (Lamm- und Rindfleisch, „Frankenwaldzicklein“, etc.) sowie die Öffentlichkeitsarbeit für erhöhte Akzeptanz der Beweidung in der Bevölkerung sind Projektziele, die durch aktuelle Veranstaltungen die Flächenkäufe und Landschaftspflegemaßnahmen begleiten.“ Vor 60 bis 70 Jahren wurde die Beweidung wegen Unrentabilität aufgegeben, vieles sei verwachsen. Heute müßte für die Maßnahmen Bäume gefällt, Wurzelstöcke beseitigt werden, um den ehemaligen Zustand wieder herzustellen. Der Staat beteilige sich hier mit einer Summe von rund einer Million Euro an einem aus seiner Sicht zweifelhaften Naturschutzprojekt. Diese staatliche Beteiligung entspreche nahezu der gesamten Förderung der Imkerei in Bayern. Darüber zeigte sich Hans Jorda sprachlos, stellte aber fest, dass er nicht gegen das Projekt sei, aber die Verhältnismäßigkeit doch angesprochen werden müsse.

In seinem weiteren Bericht gratulierte der erste Vorsitzende Georg Pabstmann, der die Ausbildung mit Prüfung zum Fach- und Gesundheitswart erfolgreich abgeschlossen hat. Er hoffe, dass die Vereine die Fachkompetenz in den nächsten Wochen und Monaten entsprechend nutzen und ihn zu Schulungsveranstaltungen einladen werden. Unter dem Punkt Allgemeines ging es um die Varoosebehandlungsmittelbestellung, die Themen Verdunster, Gläserbestellung, Bienenfutter, Honiggewährstreifen mit regionalen Eindruck, die Honigprüfung (Rückstandsuntersuchung) und die Sortenbestimmung. Hingewiesen wurde auf das Gesundheitszeugnis beim Bienenverkauf, die Beantragung einer Betriebsnummer beim Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten und die Anzeige von Bienenhaltung beim Landratsamt. Zum Bienenhaus in Lauenhain (geplanter Lehrbienenstand) wurde festgestellt, dass die drei Ortsvereine jeweils ein Reinzuchtvolk kaufen. Das Bienenhaus soll in den nächsten Monaten bis ca. Ende Juni als Belegstelle und danach zur Völkerverstellung genutzt werden. Ende April will man die Renovierungsarbeiten erledig haben. Ebenso soll der Schaukasten auf dem Arnikagelände in Teuschnitz wieder befüllt werden. Im weiteren Jahresablauf ist eine Veranstaltung zum Thema „Jakobskreuzkraut“ geplant.

Den Abschluss der Versammlung bildete ein ausführliches Referat von Barbara Bartsch, Fachberaterin für Bienenzucht, über die „Völkerführung im Jahreslauf“. Hans Jorda dankte zum Abschluß der Versammlung der Referentin mit exklusiven heimischen Pralinen und wünschte den Imkerinnen und Imkern ein erfolgreiches Bienenjahr ohne Krankheiten und Bienenverluste.

Imkergespräch mit Staatsminister Brunner
Längere Zeit nahm die Information von Hans Jorda über das Imkergespräch mit Staatsminister Brunner in Anspruch, der die Imkerverbände mit Ihren Bezirksvorsitzenden zu Gesprächen ins Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geladen hatte. Nach kurzer Begrüßung und Einführung wurde durch den Minister erklärt, dass seitens des Freistaats die Fördermittel für die Imkerei ab 2017 um 200.000 Euro auf 1.200.000,00 Euro aufgestockt werden. Weiterhin war es ein Anliegen des Ministers die bestehenden Maßnahmen beizubehalten und die Bürokratie abzubauen. Im Verlauf der Veranstaltung wurde der Minister darum gebeten, sich für die verbindlichen Richtlinien bei Bienenwachs und bei der Unterstützung bei dem Bezug der apothekenpflichtigen Varroamitteln einzusetzen. Nach der Verabschiedung des Ministers, wurde die Veranstaltung durch Frau Dr. Eberhart fortgeführt. Weitere Themen waren dabei die Verlegung der abrechnenden Stelle für Fördermittel der LfL in die nördliche Oberpfalz, die Aufstockung der Aufwandsentschädigungen für Gesundheitswarte und die sinnvolle Verwendung der 200.000 Euro des Staatsministers. Im Verlauf der Veranstaltung wurde man über mögliche Änderungen in der Verfahrensweise der Fördermittelbereitstellung für die einzelnen Bereiche unterrichtet, welche im krassen Widerspruch zum angekündigten Bürokratieabbau stünden, so der Vorsitzende. Künftig, so kündigte Frau Dr. Eberhart an, sollten die Verbände die einzusetzenden Mittel zu Jahresbeginn für die einzelnen Bereiche beantragen. Dies bringe für das Ministerium mehr Planungssicherheit und erleichtere die Maßnahmen. Seitens der Imker habe eine derartige Vorgehensweis nur Nachteile, denn würden zu wenige Mittel beantragt, müssten die Vereine anteilig mit geringen Zuwendungen auskommen. Würden zu hohe Summen beantragt, so gingen die nichtabgerufenen Summen zurück. Geschehe dies mehrere Jahre in Folge würden staatliche Haushaltsmittel aus der Erfahrung immer anderweitig eingesetzt. Deshalb forderte man Frau Dr. Eberhart auf, in der folgenden Haushaltsausschusssitzung eine derartige Verfahrensweise aufgrund der nur geringen Fördersumme für die Imkerei in Bayern zu verhindern. Es wäre haushälterisch durchaus verständlich die Summe der bayerischen Imker-Fördermittel als Gesamtsumme zu beantragen, jedoch müsse die Aufteilung wie bisher offen bleiben, damit auch in den folgenden Jahren eine Umschichtung möglich wäre. Warum nun eine derartige Umstellung einer seit Jahren funktionierenden Praxis erfolge, entziehe sich der Kenntnis der Vorsitzenden. „Sollte die bestehende Verfahrensweise geändert werden, müssen die bayerischen Imkerverbände geschlossen dagegen vorgehen“ so Hans Jorda weiter.

Vorstellung eines Verdunsters
Bei der Imkerversammlung in der Arnikaakademie in Teuschnitz hat der erste Vorsitzende der Imkervereinigung Frankenwald Süd, Stefan Feulner (im Bildvordergrund), den Imkerinnen und Imkern die Funktionsweise eines Verdunsters im Gegensatz zu den Schwammtüchern praktisch nahe gebracht. In dem Verdunster wird Ameisensäure, die - richtig angewandt - unschädlich für die Bienen ist, zur Bekämpfung von Varroamilben in den Bienenkästen eingesetzt. Kreisvorsitzender Hans Jorda (hinten) dankte für die praktische Vorführung zum Einsatz für gesunde Bienen.