Bei seiner Abschluss-Sitzung am Donnerstag blickte der Stadtrat Teuschnitz auf ein ebenso arbeits- wie ereignisreiches Jahr zurück. Mehrere Millionen-Projekte sind am Laufen beziehungsweise wurden auf den Weg gebracht.

Die finanziellen Verhältnisse der Stadt haben sich weiter gebessert. Erneut erhielt man Stabilisierungshilfe von 400.000 Euro - seit 2006 bislang circa 6,6 Millionen Euro, die überwiegend für die Entschuldung verwendet wurden. Doch auch für Investitionen und Projekte stellt der Freistaat den Kommunen zurzeit sehr viel Geld zur Verfügung, würdigte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) in ihrem Jahresrückblick die derzeit hervorragende Fördersituation.

Erfreulicherweise wurde Teuschnitz im KIP-Programm Rathäuser berücksichtigt. Als energetische Maßnahmen wurden 67 neue Fenster und neun Türen eingebaut. Auf die Gesamtkosten von circa 244.000 Euro erhielt die Stadt einen Zuschuss von 201.000 Euro. Als weitere bauliche Zusatzmaßnahmen ergaben sich im Eingangsbereich und in den Zimmern Kosten von circa 65.000 Euro. „Das Erscheinungsbild ist jetzt ganz anderes“, lobte Weber.

Motor für die Entwicklung der Stadt ist die Städtebauförderung. Sie umfasst Investitionen der Stadt und Sanierungsmaßnahmen von Bürgern. Unterstützung in allen Belangen bietet das Stadtumbaumanagement; ermöglichen viele Programme doch erhebliche finanzielle Förderungsmöglichkeiten. Es erfolgte eine Erweiterung des Sanierungsgebiets Stadtkern Teuschnitz mit Rappoltengrüner Straße, Wiesenstraße und Steinbacher Weg. Aufgrund des guten Wetters konnte die städtebauliche Großmaßnahme Stadtgraben / Spielplatz / Festplatz / Kulturwiese - Bauabschnitt I - weitgehend abgeschlossen werden. Der Stadtgraben mit Parkplatz und Neugestaltung des Bereiches beim Feuerwehrhaus ist fertig. Der Spielplatz umfasst viele Attraktionen; der Festplatz ist multifunktional verwendbar. Mit der Kulturwiese erfolgt eine Anbindung zum Kräutergarten. „Das Großprojekt stellt die Verbindung von der Arnika-Akademie zur Stadtmitte her“, bekundete Weber. Ein interessantes Projekt sei der Bau des Jugendtreffs mit Studenten der Uni Weimar gewesen. Die Freigabe und Einweihung des 1,8 Millionen-Projekts erfolgt im Rahmen eines großen Kinderfests am 12. Mai 2019.

Für den Stadtumbau Mitte vom Rathaus zum Pfarrhaus - Bauabschnitt II - liegt die Planung vor. Man rechnet mit Baukosten von 1,8 Millionen Euro. „Die Stadtmitte erhält ein komplett neues Gesicht“, erklärte die Bürgermeisterin. Baubeginn soll im Frühjahr 2019 ebenso sein wie für das Schwarze Kreuz - ein neues städtebauliches Großprojekt mit rund 6,3 Millionen Euro. Das Quartier erhält eine Gaststätte, einen Biergarten, Übernachtungsmöglichkeiten und ein Info-Zentrum. Als neues städtebauliches Projekt ist der Umbau und die Sanierung des Wohnhauses Hauptstraße 12 mit der Schaffung von drei Mietwohnungen im Gange. „Das kommunale Städtebauförderprogramm ist ein voller Erfolg“, freute sich Weber über 25 erfolgte Anträge, davon 16 in 2018. Durch einen Einsatz von 25.000 Euro an städtischen Zuschüssen und einen Staatszuschuss von 100.000 Euro wird ein Investitionsvolumen von 415.000 Euro generiert.

Abgeschlossen wurde der Breitbandausbau mit 450.000 Euro und einem Zuschuss von 90 %. Im Baugebiet Teuschnitz-Aue in Fortsetzung der Petrus-Zweidler-Straße entstanden elf Bauplätze in bester Lage. Die Nachfrage ist groß. Der Bauplatzpreis beträgt voll erschlossen 42 €/m². Das Netzwerkmanagement in Person von Netzwerkmanager Oliver Plewa für die Arnikastadt Teuschnitz konnte erneut um vier Jahre verlängert werden.

Ein erfolgreiches Jahr für Teuschnitz
Der im Frühjahr begonnene Ausbau der Ortsdurchfahrt KC 8, Reichenbacher Straße konnte nicht - wie geplant - heuer abgeschlossen werden. Die Baumaßnahme erwies sich wegen der Ver- und Entsorgungsleitungen als schwierig. Aufgrund der Baustelle ergaben sich Probleme für die Betriebe und Geschäfte an der Straße sowie für die Anlieger. Seit 21. Dezember ist die Straße wieder befahrbar. Die Feinteerung mit Verlegung der Zufahrt Weidenstraße und Ausbau der Kreuzung Weidenstraße erfolgt im Frühjahr 2019. Für den in diesem Zusammenhang erfolgenden Komplettausbau der Gartenstraße und der Weidenstraße bis zum kleinen Teich sowie den Neubau der Hauptwasser- und Kanalleitung ergeben sich Kosten von voraussichtlich 0,9 Millionen Euro. In Wickendorf stehen der Ausbau der beiden Gemeindeverbindungsstraßen und der Umbau der alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus mit Mietwohnungen an. Für den Umbau rechnet man mit Kosten von 1,2 Millionen Euro und einen Zuschuss von 90 Prozent auf die zuwendungsfähigen Kosten.

Nach jahrelangen Querelen mit der Frankenwaldgruppe konnte das unleidige Thema des Wasserbezugs für Teuschnitz und Wickendorf gelöst werden. Die FWO liefert ab dem 1. Januar 2019 direkt Wasser für Teuschnitz und Wickendorf zum Preis von 0,77 €/m³ netto (ohne Hochbehälter) beziehungsweise 0,80 €/m³ (mit Hochbehälter). Die FWG hatte zunächst der Stadt untersagt, ohne ihre Zustimmung günstiges Wasser bei der FWO zu beziehen.

Was sonst noch wichtig war
Das neue HLF für die Teuschnitzer Wehr wurde ausgeliefert. Teuschnitz beteiligte sich am internationalen Kunstprojekt Holz ART XXI sowie am „Tag der Städtebauförderung“. Der Verkaufsraum (Naturmanufaktur) in der Arnika-Akademie wurde eingeweiht. Klemens Löffler wurde neuer Schulleiter der Grundschule. Es konnten einige Jubiläen gefeiert werden, darunter auch das 60-jährige Priesterjubiläum von Ehrenbürger Dr. Karl Braun im Oktober.

„2019 wird wieder sehr arbeitsreich“, zeigte sich die Bürgermeisterin sicher. Ihr Dank galt abschließend der bayerischen Staatsregierung für die Stabilisierungshilfe sowie der Regierung von Oberfranken und dem Landratsamt Kronach für die Unterstützung. Weiter dankte sie dem Stadtrat und Bauhof, der Verwaltung, den Rettungsorganisationen und Vereinen sowie allen Ehrenamtlichen. Dem Dank schlossen sich Stefan Raab und Karin Bayer an, die namens der CSU/FWG- beziehungsweise SPD-Fraktion das gute Miteinander mit Bürgermeisterin, Verwaltung und Bauhof herausstellten.