Fröhlich, lustig und bunt ging es bei den Teuschnitzer Büttenabenden zu. Die närrische Elite der Arnikastadt lief zu Topform auf und bot den begeisterten Faschingsfans ein drei Mal jeweils weit über fünfstündiges Bühnenprogramm.

Erwartungsgemäß das Topthema der bereits in ihre 28. Runde gehenden Büttenabende war die anstehende Bürgermeister-Wahl, gibt es in „Teuschetz“ ja schließlich „mehr Kandidaten als Einwohner“. Dem Publikum gefiel´s! Die vielen Besucher auch befreundeter Faschings-Gesellschaften hatten in der im närrischen Glanz erstrahlenden, proppenvollen Turnhalle viel Spaß an den frechen Büttenreden und Sketschen, die ein ums andere Mal das Geschehen in der „ewigen Baustelle“ unter die Lupe nahmen. Und auch sonst war beim Gute-Laune-Programm alles dabei, was man sich nur wünschen konnte: freche Witze und hitzige Wortgefechte, feurige Tanzauftritte sowie originelle Musik- und Gesangseinlagen. Diesjähriges Motto war „Passt scho!“. Durch die Supergaudi führte einmal mehr der charmante Conférencier Stephanus Neubauer.

Gleich auf Betriebstemperatur gebracht wurden die Gäste von den Teuschetzer Funkenmariechen, die sowohl tänzerisch als auch optisch in ihren neuen Gardekostümen eine echte Augenweide waren. Die jüngsten Akteure des Abends vom Teuschnitzer Kindergarten wirbelten heuer als putzige Fabeltiere in Anlehnung an das „Hase und Igel“-Märchen über die Bühne. Verzaubern ließ sich das Publikum von der von den „Dance Kids“ mitreißend präsentierten Geschichte einer traurigen Seele, die Bekanntschaft mit einem Mädchen aus der Pop Art macht. Licht aus, Bühne frei - Für faszinierende Effekte sorgte der Schwarzlicht-Auftritt der Kinder- und Jugendfeuerwehr Teuschnitz. Als zu nächtlicher Stunde tanzende Vampire zeigten sie, was passiert, wenn in Teuschetz die Bürgersteige hochgeklappt werden. Einfach magisch! Sie sind „Die Anzichn Normoln“ - und amtierender Oberfränkischer Meister, Oberpfälzer Meister und Deutscher Vizemeister/Ü35: Das Männerballett Teuschnitz „DAN“ - Aushängeschild der Stadt, nicht nur beim Fasching! Warum das so ist, stellten die Jungs von Anja Fleischmann und Co-Trainerin Luisa Jakob mit ihrem neuesten Meisterstück „Der Aberglaube schleicht ums Eck“, voll geballter Manneskraft und gespickt mit vielen tollen Hebefiguren, unter Beweis - Nicht nur die Frauenwelt tobte!

Salz in der Suppe eines jeden Faschings sind natürlich die Büttenreden. Als ob Siebtklässlerin Nelly (Scherbel) in der Schule nicht schon genug Stress hätte, nerven sie zuhause auch noch ihre lieben Eltern: „Meine Alten machen mich ganz nervös. Langsam aber sicher werde ich richtig bös“. Glücklicherweise findet sie des Rätsels Lösung, um wenigstens daheim ihre Ruhe zu haben: Yoga! Das macht müde und entspannt - und die „Alten“ werden aus ihrem Dunstkreis verbannt. Während sie noch am Anfang ihrer Faschingskarriere steht, ist Peter Goihl, mit dem sie früher gemeinsam auftrat, ein echtes Urgestein der Bütt. Aus gegebenem Anlass berichtete er heuer über seine Vorbereitungen zum Rentnerdasein. Einer seiner Vorsätze war es, den Haushalt auf Vordermann zu bringen. Damit gehe bestimmt zuhause das bisher vorhandene Konfliktpotenzial zurück. Er und seine Frau fänden dann nicht mehr nur beim Sex, sondern auch in der Hausarbeit ihr Glück. In Rente gingen auch First Lady“ Gaby und der Geschäftsstellenleiter Thomas. Von Politikverdrossenheit könne in Teuschetz jedoch nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Angesichts der 88 Kandidaten brauche man für die Tapetenrollen-großen Listen Wahlsäle anstelle Wahlkabinen. Ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen, durchleuchteten die „3 Könich“ das politische und örtliche Stadtgeschehen. Eine Steilvorlage bildete da der im letzten Winter im Neubauer-Markt kredenzte, heißbegehrte Amorilie-Adventskalender. Der Verkaufshit habe die Teuschnitzer Frauen so wuschig gemacht, dass sie sogar wildfremde Männer mit einer Tafel Schokolade „willig“ machen wollten - und das, wie eine Videoeinspielung offenbarte, mit durchschlagendem Erfolg! Zum Ende des 18-jährigen „weberischen Zeitalters“ hatten die „3 Könich“, die eigentlich Vier sind, nur einen Wunsch: Der Nachfolger oder die Nachfolgerin möge doch weiterhin so viele Böcke wie bisher schießen, damit ihnen die Faschings-Themen nicht ausgehen.

Mit seinem Bewerbungs-Lied „Ich will neue Bürchemaste wä“ brachte sich tatsächlich Mike nebst Gefolge als nunmehr fünfter Bürgermeister-Kandidat ins Rennen. Sein Wahlprogramm: Cannabis statt Arnika! Er sorgte ebenso für Heiterkeit und Frohsinn, wie eine Reihe weiterer Musikeinlagen sowie Sketsche. Eigentlich wollten die „Bauarbeiter“ des JRK nur gemütlich ihr Bier trinken, als sie einen sensationellen Fund machen: „Die Schlossmauer vo Teuschetz“. Bürgermeisterin Gabi ist angesichts der klammen Stadtkasse jedoch wenig begeistert vom historisch bedeutsamen „Fundstück“. Da hilft nur eins: Ein Banküberfall! Schließlich wird auch für die neueste Attraktion reichlich Schotter benötigt. Neben dem Schwimmbad entsteht nämlich - wie die „Goldene 9“ offenbarte - eine Saunalandschaft mit dem Namen „Fuchsluuchsauna“. Mit allerhand kräuterigen Wahnsinns-Aufgüssen bringt hier der Saunameister - genannt der Schweißminator - seine Besucher so richtig zum Schwitzen. Ordentlich ins Schwitzen gerät auch „Spaßkassen“-Mitarbeiter Lukas, als just in dem Moment, in dem er sein „Baby Blue“ in der Sex-Hotline hat, seine Filiale überfallen wird. Gut, dass er zusammen mit den weiteren „Nexdaacherdn“ Tina, Max und Peter in einem Bankraubseminar die Verhaltensregeln im Falle eines Überfalles gelernt hatte. Kopflos - ohne Kopf, dafür mit äußerst flinken Händen - präsentierten sich heuer „Die Nochbern“.

Die liebreizenden „Nousnbärla“-Hulamädchen beschlossen mit einem Ausflug auf die wunderschöne Insel Hawaii die drei Knallerabende, bei dem sich zum Schluss noch einmal alle Akteure auf der Bühne einfanden. Für die schmissige musikalische Umrahmung sorgte einmal mehr die Stadtkapelle Teuschnitz. „Super Abend; super Publikum“, resümierte Stephanus Neubauer. Natürlich war auch nach dem „offiziellen Geschehen“, trotz deutlich vorgerückter Stunde, noch lange nicht Schluss.