Der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Teuschnitz, Thomas Weber, tritt - nach fast 45 Dienstjahren - mit Ablauf des 30. Aprils in den Ruhestand. Bei der Gemeinschaftsversammlung am Donnerstagabend erhielt er die entsprechende Urkunde.

Geschäftsstellenleiter Thomas Weber tritt mit Ablauf des 30. Aprils in den wohlverdienten Ruhestand. Bürgermeisterin Gabriele Weber händigte ihm seine Urkunde über die Ruhestandsversetzung aus.

Ein Bild vom am 14.12.2018 gefeierten 40-jährigen Jubiläum der VG Teuschnitz. (von links): Bürgermeister Peter Klinger (Tschirn), Bürgermeisterin Gabriele Weber (Teuschnitz), Alt-Landrat Dr. Heinz Köhler und Bürgermeisterin Karin Ritter (Reichenbach) schwelgen in Erinnerungen.

Für den Rathausplatz erfolgen aktuell Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit mit neuem Betonpflaster und einem barrierefreien Eingang.

An allen Projekten der seit 1978 bestehenden Verwaltungsgemeinschaft war der Verwaltungsrat maßgeblich beteiligt. VG-Vorsitzende Gabriele Weber (CSU), die zum gleichen Zeitpunkt in den Ruhestand tritt, zeigte sich dann auch bei der im Arnika-Café abgehaltenen Sitzung voll des Lobes über den geschäftsleitenden Beamten.

Nach seinem Abitur trat dieser am 1. November 1975 als Anwärter für den gehobenen Dienst in der Stadt Teuschnitz seinen Dienst an. Von 1976 bis 1979 absolvierte er ein Studium an der Beamtenfachhochschule Hof, das er als Dipl.-Verwaltungswirt (FH) abschloss. 1978 wechselte er in die neugegründete VG, zu der die Stadt Teuschnitz sowie die Gemeinden Reichenbach und Tschirn gehören. 1983 wurde ihm die Position als geschäftsleitender Beamter der VG übertragen. Zu seinem vielfältigen Aufgabengebiet gehörte es, die bis zu sieben selbstständig arbeitenden Behörden zusammenzuhalten. Er trug Sorge für eine einheitliche Struktur sowie für die Einhaltung bzw. Umsetzung des geltenden Rechts.

„Es ist schon etwas Besonderes, 45 Jahre in derselben Behörde beschäftigt zu sein“, stellte die Vorsitzende heraus. Thomas Weber habe die Verwaltung zum Wohle der Mitgliedsgemeinden mit großem Engagement und Weitblick geführt und entscheidend mitgeprägt. Ausgezeichnet habe ihn vor allem, dass er an allen Sitzungen und Veranstaltungen teilnahm. Allein die Stadtrats-, VG- und Schulversammlungen dürften über 1.000 gewesen sein. Die Veränderungen machten auch vor der Verwaltung nicht halt, in der er als geschäftsleitender Beamter auch Vorgesetzter der Mitarbeiter war.

Die Vorsitzende bedankte sich vor allem auch persönlich bei Weber. In den 18 Jahren der Zusammenarbeit sei er für sie Freund und unverzichtbarer Garant für Zuverlässigkeit gewesen. „Ohne deine engagierte Arbeit und zupackende, loyale und humorvolle Art hätten wir machen Meilenstein nicht erreicht“, würdigte sie. Wenn man auch manchmal nicht einer Meinung gewesen sei, habe man doch stets einen Kompromiss gefunden. Zudem müsse sie immer schmunzeln, wenn er nach einer Diskussion, die sie meistens gewinne, auf das Schild an der Wand im ihrem Zimmer deute - mit der Aufschrift „Ich weiß ja, dass du recht hast, aber meine Meinung gefällt mir besser“. Auch stellvertretender VG-Vorsitzender, Tschirns Bürgermeister Peter Klinger (CSU), sowie Reichenbachs Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) dankten für seinen langjährigen Einsatz.

Der Bald-Ruheständler blickte auf eine schöne, sehr abwechslungsreiche Zeit zurück - von der Gebietsreform bis zur 40-Jahr-Feier der Verwaltungsgemeinschaften in Bayern am 14.12.2018 zusammen mit den drei Gremien. Während seiner Dienstzeit habe er mit neun Bürgermeistern/Innen und unzähligen weiteren politischen Funktionsträgern zusammengearbeitet. Viele politische, gesellschaftliche und verwaltungsinterne Veränderungen habe er hautnah erlebt, darunter auch den „Wandel“ des Rathauses in ein „Dienstleistungsunternehmen“. In den Ruhestand trete er mit einem positiven Gefühl und der Gewissheit, dass die Weichen personalmäßig gut gestellt seien. Mit Sven Schuster habe er einen Nachfolger, von dem er sicher sei, dass er weiterhin ganz im Sinne der VG agiere. „Die Arbeit hat mir Spaß gemacht“, bekundete er. Nach fast 45 Dienstjahren habe er, Jahrgang 1954, aber seinen Ruhestand sicherlich verdient.

Sein Ruhestand war mit Beschluss der Gemeinschaftsversammlung vom 26. Februar 2019 vom 1. Dezember 2019 zum 1. Mai 2020 hinausgeschoben worden, um seinen Nachfolger einzuarbeiten sowie die drei Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden bis zum Ende der Wahlperiode am 30. April zu begleiten.

Rückblick Verwaltungsgemeinschaft
Gabriele Weber hielt Rückblick auf die Jahre 2002 bis 2020, in der sie als Vorsitzende die VG begleiten durfte. Dieser gehörten in ihrer Amtszeit bis zu sieben selbstständige Firmen - die VG und Stadt Teuschnitz, die Gemeinden Reichenbach und Tschirn, der Schulverband und das Kommunalunternehmen Teuschnitz sowie die Gemeindewerke Tschirn - an. Die Arbeit sei gegenüber einer Einheitsgemeinde anders strukturiert - mit viel mehr Verwaltungsarbeit, aber andererseits auch die Erhaltung einer kleinräumigen Struktur, die dem föderalen Verwaltungsaufbau gut entspreche.

„Es kann festgestellt werden, dass auch bei einer Verwaltungseinheit mit mehreren Behörden die Arbeit gut, effizient und bürgernah erledigt werden kann“, bekundete sie. Zuständig ist die Gemeinschaftsversammlung für die Bereiche Rathaus/Geschäftsstelle, Verwaltung/Personal sowie kommunale Zusammenarbeit. Insgesamt 13 Mitglieder gehörten ihr seit 1978 an, am längsten davon - 30 Jahre - der ehemalige Bürgermeister Roland Schnappauf. Insgesamt fanden 53 Sitzungen statt.

„Im Rathaus als Verwaltungszentrum sollen sich Mitarbeiter sowie Bürger und Besucher wohl fühlen“, betonte sie. Umgesetzt wurden der Umbau des Bürgermeisterzimmers, des Bürgeramtes und der Kasse sowie die Erneuerung der Kasse und des Eingangsbereichs. 2016 wurden - im Rahmen des Kommunalinvestitionsprogramms für öffentliche Einrichtungen - 71 Fenster und zehn Türen ausgetauscht und danach nahezu alle Zimmer grundlegend renoviert. Für den Rathausplatz erfolgen aktuell im Zuge der Marktplatzneugestaltung, gefördert durch „Stadtumbau Mitte“, Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit mit neuem Betonpflaster und einem barrierefreien Eingang. Nach einer grundlegenden EDV-Umstellung steht seit 2014 optimale Soft- und Hardware zur Verfügung.

Vorreiter beim Digitalen Rathaus
Teuschnitz nahm als eine der ersten Gemeinden das Angebot „Digitales Rathaus“ des Freistaates in Anspruch. Interkommunal arbeitet die VG intern mit den drei Mitgliedsgemeinden zusammen, aber auch mit der ARGE Rennsteig und dem Schulverband Pressig.

„Auf die Verwaltung konnten sich unsere Behörde und die Mitgliedsbehörden stets verlassen. Sie arbeitet bürgernah und hat für deren Belange stets ein offenes Ohr“, würdigte sie. Gleich ab der Wahlperiode 2002 bis 2008 wurden die Öffnungszeiten erheblich ausgedehnt. Die Verwaltung habe sich in der Besetzung ständig gewandelt, wurde verjüngt und männlicher.